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Politik Berater-Skandal belastet Deutsche Bahn in entscheidendem Moment
Nachrichten Politik Berater-Skandal belastet Deutsche Bahn in entscheidendem Moment
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13:26 07.06.2019
Die Deutsche Bahn steht kurz vor einem handfesten Skandal. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Berlin

Plötzlich ist die Bahn wieder im Skandalmodus. Die Vorwürfe in Zusammenhang mit hochdotierten Beraterverträgen für Ex-Vorstände treffen der Staatskonzerns zu einem Zeitpunkt, an dem die große Offensive beginnen sollte. Eigentlich sollte es jetzt um anspruchsvolle Ziele, neue Fahrgastrekorde, mehr Kapazität und Zuverlässigkeit und um grüne Mobilität gehen.

Doch die Affäre um die Verträge lastet nun schwer auf den Schulter von Bahnchef Richard Lutz. Völlig zu Recht wird nun nach seiner persönlichen Verantwortung gefragt. War er es nicht gewesen, der seit Beginn des Jahrzehnts die Verantwortung für Finanzen und Controlling getragen hat?

Die neue Strategie für eine starke Schiene sollte Lutz' großer Befreiungsschlag werden. Sie ist die Antwort auf die Krisengipfel zu Jahresbeginn, bei denen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) geradezu ultimativ „spürbare Verbesserungen“ bei Qualität und Pünktlichkeit verlangte.

Wer sich die Präsentationen anschaut, die der Bahnchef jetzt dem Aufsichtsrat vorgelegt hat, erkennt tatsächlich eine neue Schwerpunktsetzung. Weg vom Anspruch, ein weltweiter Champion in Sachen Mobilität zu werden. Man will sich auf das Wesentliche konzentrieren, im Inland kräftig wachsen – mit nachhaltiger Mobilität.

Die Story lässt sich gut erzählen – gerade jetzt in Zeiten von Fridays for future, Klimakabinett und grünem Höhenflug. Um die Löcher, die in ihrer Bilanz klaffen, muss die Bahn nun allerdings Tafelsilber verkaufen, sich nicht nur von Auslandstochter Arriva trennen, sondern wohl auch von Anteilen des Logistikdienstleister Schenker.

Nur werden die Erlöse kaum ausreichen, um die ehrgeizige neuen Pläne zu finanzieren. Lutz klebt ein dickes Preisschild an seine Strategie. Der Bund müsste wohl deutlich mehr Mittel mobilisieren als bisher geplant. Doch die Vorwürfe in der Berater-Affäre dürften das Vertrauen, dass das Geld dann auch richtig ausgegeben wird, nicht gerade gestärkt haben.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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