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09:00 31.07.2019
Niedersachsen Ministerpräsident als 3D-Druck-Figur: Raus aus dem Spiel. Quelle: Swen Pförtner/dpa
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Berlin

Natürlich ist es für die SPD ein Verlust, dass einer ihrer erfolgreichsten und profiliertesten Politiker nicht für den Parteivorsitz zur Verfügung steht. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hätte als Vorsitzender weit über die Grenzen der Sozialdemokratie hinaus Wirkung entfalten können. Er ist als Landesvater hoch anerkannt, viele Menschen mögen seine bodenständige Art, und Weil hat bewiesen, dass er auch unter schwierigen Bedingungen Wahlen gewinnen kann. Es gibt nicht viele Politiker in der ersten Reihe der SPD, die das alles von sich behaupten können.

Und trotzdem ist die Nichtbewerbung des Mannes aus Hannover für die SPD eher Chance als Risiko. Einer Kandidatur Stephan Weils hätte von Beginn an der Ruch des „Weiter so“ angehaftet. Der 60-Jährige wäre alles andere als ein Kandidat des Aufbruchs gewesen. Auch mit dem Konstrukt der von vielen Genossen favorisierten Doppelspitze hätte Weil sich schwer getan. Und sein Fremdeln mit dem Berliner Politikbetrieb war zuletzt unübersehbar.

Verlust für die Partei, Chance für den Prozess

Hinzu kommt, dass der Prozess der Vorsitzendensuche durch den Rückzug des Schwergewichtes Weil an Spannung gewinnt. Der Niedersachse wäre als haushoher Favorit ins Rennen gegangen, mutmaßlich wäre er kaum zu schlagen gewesen. Die SPD aber wünscht sich nichts sehnlicher als ein offenes Verfahren, das die Partei beleben soll. Dafür sind Kandidaten auf Augenhöhe deutlich besser geeignet.

Es gibt nun eine realistische Chance darauf, dass die Vorsitzendensuche der SPD tatsächlich zu einer Revitalisierung der Partei führt. Für einen echten Wettbewerb der Ideen müssen sich allerdings noch mindestens zwei ernstzunehmende Teams bereit finden. Die nächsten Wochen werden entscheidend sein.

Von Andreas Niesmann/RND

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