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Politik Migranten in Dorf integriert: Prozess gegen „Papa Mimmo“ in Italien
Nachrichten Politik Migranten in Dorf integriert: Prozess gegen „Papa Mimmo“ in Italien
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19:34 11.06.2019
Domenico Lucano, ehemaliger Bürgermeister von Riace, verlässt nach der Anhörung das Gericht. Dem „Papa Mimmo“ genannten früheren Ortsvorsteher wird unter anderem Amtsmissbrauch und die Begünstigung illegaler Einwanderung vorgeworfen. Quelle: Cesare Abbate/dpa
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Riace

In Italien hat der Gerichtsprozess gegen den für seine einwandererfreundliche Politik bekannten Ex-Bürgermeister Domenico Lucano begonnen. Dem „Papa Mimmo“ genannten früheren Ortsvorsteher, der mit seinem Engagement im süditalienischen Riace Schlagzeilen machte, wird unter anderem Amtsmissbrauch und die Begünstigung illegaler Einwanderung vorgeworfen.

Mehr als zwei Dutzend weitere Personen sind ebenfalls angeklagt. Vor der Anhörung in der Stadt Locri in Kalabrien wies Lucano gegenüber Reportern alle Anschuldigungen von sich. Er fühle sich nicht als Opfer eines «politischen Prozesses» und habe sich „immer für die Schwachen und Ausgegrenzten“ eingesetzt. Trotz eines großen Polizeiaufgebots versammelten sich mehrere Anhänger von Lucano vor dem Gerichtssaal und trugen rote T-Shirts mit der Aufschrift „Lasst uns menschlich bleiben“.

Vorwurf: Er soll Scheinehen organisiert haben

Als Bürgermeister von Riace setzte Lucano ein Zeichen für Toleranz: Er hatte in seinem von Entvölkerung geprägten Dorf Hunderte Migranten aufgenommen und in die örtliche Wirtschaft integriert. Anfang Oktober wurde er vorübergehend festgenommen und unter Hausarrest gestellt.

Die Staatsanwaltschaft wirft Lucano unter anderem vor, Scheinehen von Migranten mit Einwohnern organisiert zu haben. Außerdem habe er einen Müllabfuhrvertrag unrechtmäßig an Migranten vergeben.

Riace hat im vergangenen Monat einen neuen Bürgermeister gewählt, der von der rechten Lega unterstützt wird. Lucano schaffte es nicht in den Stadtrat. Der ehemalige Bürgermeister darf sich wegen der Anschuldigungen nicht mehr in Riace aufhalten.

Lesen Sie auch: Italien will Häfen für Flüchtlingsorganisationen schließen

Von dpa/RND

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