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Politik Nach Gewalttat in Frankfurt: Forderungen nach europaweiten Fahndungen
Nachrichten Politik Nach Gewalttat in Frankfurt: Forderungen nach europaweiten Fahndungen
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10:47 01.08.2019
An Gleis 7 im Frankfurter Hauptbahnhof geschah die Tat. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
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Berlin

Es war die Meldung, die in den vergangenen Tagen die Schlagzeilen beherrschte: Ein Vater von drei Kindern stieß einen Jungen und dessen Mutter vor einen ICE im Frankfurter Hauptbahnhof. Die Frau entkommt dem Tod und muss mit ansehen, wie ihr Sohn vom Zug erfasst wird. Wegen des tragischen Ereignisses unterbrach Bundesinnenminister Horst Seehofer seinen Sommerurlaub, denn die Tat bekam schnell auch eine politische Dimension. Bekannt wurde auch, dass der Tatverdächtige bereits seit Tagen von den Schweizer Behörden gesucht wurde wegen einer anderen Gewalttat.

Laut einem Bericht der „Welt“ werden jetzt Forderungen nach generellen europaweiten Fahndungen laut. Insbesondere vonseiten der FDP kommen klare Worte. Konstantin Kuhle, innenpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, sagte der Zeitung: „Es darf nicht sein, dass eine knapp vierstündige Zugfahrt von Zürich nach Frankfurt ausreicht, um sich aus dem Fokus der Strafverfolgungsbehörden zu befreien.“ Gleichzeitig betont Kuhle, dass die Einrichtung einer früheren europäischen Fahndung nur dann sinnvoll sei, wenn alle Mitglieder im Schengen-Raum daran beteiligt seien.

Ähnlich wie Kuhle sieht das auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Dessen Vizechef Jörg Radek sagte der Zeitung: „Das wäre eine Vereinfachung für die Praxis. Als Grenzpolizei brauchen wir im Verdachtsfall Erkenntnisse über den Reisenden.“

„Nicht voreilig mit dem Finger auf andere zeigen“

Gegen ein europaweites Vorgehen spricht sich dagegen Irene Mihalic, innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, aus. „Man sollte von deutscher Seite nicht voreilig mit dem Finger auf andere zeigen. Schließlich klappt schon die Fahndung in Deutschland über Bundesländergrenzen hinweg nicht immer so, wie es sein sollte“, sagte Mihalic der „Welt“.

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Laut ist durch den Tod des achtjährigen Jungen auch eine Diskussion über die Sicherheit an Bahnhöfen geworden. Eine Patentlösung sieht Thomas Kraft vom Fahrgastverband Pro Bahn Hessen nicht. „Ich weiß keinen Rat. Man kann so etwas nicht hundertprozentig verhindern“, sagt er. An größeren Bahnhöfen wie dem Frankfurter Hauptbahnhof gebe es sogar noch vergleichsweise viel Aufsichtspersonal. An kleinen Bahnhöfen oder Haltepunkten könne letztlich auch jemand aus einer Hecke hervorspringen und Reisende auf die Gleise stoßen.

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Von RND/lc

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