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Politik Neue Außenministerin Kneissl: Unabhängig mit Rechtsdrall
Nachrichten Politik Neue Außenministerin Kneissl: Unabhängig mit Rechtsdrall
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18:08 16.12.2017
Die Nahost-Expertin Karin Kneissl wird neue österreichische Außenministerin.
Die Nahost-Expertin Karin Kneissl wird neue österreichische Außenministerin. Quelle: Stanislav Jenis
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Wien

Sie spricht sechs Sprachen, darunter Arabisch und Hebräisch, und ist mit vielen Kulturen vertraut. Die langjährige Diplomatin Karin Kneissl gilt vor allem als Nahost-Expertin. Ihr wird schon seit langem ein enges Verhältnis zur FPÖ nachgesagt.

Für die Rechtspopulisten geht sie nun als Unabhängige auf die Regierungsbank. Vor politischer Verantwortung hat sich die 52-Jährige vergangenes Jahr noch geziert. 2016 hatte die FPÖ der Publizistin angeboten, sich als Präsidentschaftskandidatin aufstellen zu lassen. Sie selbst bezeichnet sich als „konservativen Freigeist“ und ist bekannt für starke Sprüche. „Ich fürchte mich vor Glatteis und dummen Menschen in hohen politischen Positionen“, sagte sie vor Kurzem.

Die studierte Juristin und Arabistin war von 1990 bis 1998 im diplomatischen Dienst tätig. Zu ihren prägenden Erfahrungen damals zählte die „Ohnmacht der vermeintlich Mächtigen“, schilderte sie einmal mit Blick auf den Bosnien-Krieg. Später wurde sie Dozentin an verschiedenen Bildungseinrichtungen wie der Universität Wien. Sie war zudem als Auslandskorrespondentin für Zeitungen tätig.

Die Tierliebhaberin, die in Niederösterreich mit Pferden, Ponys und Hunden lebt, gilt als Kompromisslösung für den Posten im Außenamt. Kneissl beschäftigt sich seit Jahren mit dem Spannungsfeld zwischen dem Westen und dem Nahen Osten. Nach der Flüchtlingskrise zeigte sie sich besorgt um Europa, weil die offene Gesellschaft verwundbar geworden sei. Sie schloss auch nicht aus, dass ein Bürgerkrieg drohe.

Kneissl gehört in der Flüchtlingsfrage zu den Kritikern der deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Auch wenn die neue Wiener Ministerin als proeuropäisch gilt, hat sie die Brüsseler Politik oftmals hart kritisiert. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bezeichnete sie im Vorjahr als „Zyniker der Macht“, „rüpelhaft“ und „arrogant“.

dpa

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