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Politik „Gorch Fock“: Neue Ermittlungen im Todesfall Jenny Böken
Nachrichten Politik „Gorch Fock“: Neue Ermittlungen im Todesfall Jenny Böken
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13:27 11.06.2019
Ein Foto der auf der „Gorch Fock“ ums Leben gekommenen Soldatin Jenny Böken ist auf ihrem Grab auf dem Friedhof in Geilenkirchen zu sehen. Quelle: Henning Kaiser/dpa
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Kiel

Mehr als zehn Jahre nach dem rätselhaften Tod der „Gorch Fock“-Kadettin Jenny Böken hat die Staatsanwaltschaft Kiel den Fall wieder aufgerollt. Das Todesermittlungsverfahren sei wieder aufgenommen worden, teilte die Behörde am Dienstag mit.

Nach den Aussagen einer Zeugin müssten einige Punkte überprüft werden. Die Angaben dieser Zeugin beruhten allerdings im Wesentlichen auf Hörensagen, hieß es. Sie sei im Jahr 2008 Soldat der Bundeswehr gewesen, habe aber weder zur Marine noch zur Besatzung der „Gorch Fock“ gehört.

Neue Zeugin hat Hinweise geliefert

Die Vernehmung einer Zeugin aus dem April hat demnach neue Anhaltspunkte ergeben. Die Offizieranwärterin Jenny Böken war im September 2008 in der Nordsee vom Deck des Segelschulschiffes in die Nordsee gestürzt und gestorben. Ein erstes Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Kiel war Anfang 2009 eingestellt worden, da es keine Hinweise auf Fehler oder Straftaten an Bord des Schiffes gab.

Ende vorigen Jahres hatte sich eine Zeugin bei den Eltern der Kadettin gemeldet und neue Angaben gemacht. Wie berichtet, hatten Ermittler daraufhin im April die Zeugin befragt. Die Zeugin war 2008, vor einer Geschlechtsumwandlung, als Soldat bei der Bundeswehr und hatte vor der Abfahrt der „Gorch Fock“ mit der Zeugin in Düsseldorf am Rande einer Feier Geschlechtsverkehr.

Weitere Befragungen sollen jetzt folgen

Nach dem Tod von Jenny Böken hatte der Soldat damals Besuch von drei Angehörigen der Bundeswehr bekommen, die wiederum Andeutungen über einen gewaltsamen Tod von Böken gemacht hätten, so der Bericht des Anwalts der Eltern von Jenny Böken. Inzwischen hat der Soldat sein Geschlecht geändert.

Um der jetzt gemachten Zeugenaussage weiter nachgehen zu können, soll es ein förmliches Ermittlungsverfahren geben. Nur so können sich aus weiteren Befragungen Hinweise auf einen gewaltsamen Tod von Jenny Böken und mögliche Beschuldigte ergeben.

Das ist dann die Voraussetzung für ein Gerichtsverfahren. Dieses hatten die Eltern bislang vergeblich versucht zu erzwingen. Sie waren damit auf dem Weg durch alle Instanzen bis zum Bundesverfassungsgericht gescheitert.

Von Frank Behling/RND/dpa

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