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Politik Neue Nummern, neue Passwörter: Wie Betroffene auf den Hackerangriff reagieren
Nachrichten Politik Neue Nummern, neue Passwörter: Wie Betroffene auf den Hackerangriff reagieren
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13:50 10.01.2019
Die grüne Fraktionsgeschäftsführerin Britta Haßelmann – hier links im Bild mit Parteichefin Annalena Baerbock – hat Strafanzeige gestellt. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa
Berlin

Knapp eine Woche liegt das Bekanntwerden des Hackerangriffs nun zurück, von dem fast 1000 Politiker, Journalisten und Kulturschaffende betroffen sind – wenngleich in höchst unterschiedlicher Weise – und dessen Urheber, wie man seit Dienstag weiß, ein 20-Jähriger aus Mittelhessen war. Die Konsequenzen, die Betroffene aus dem Hackerangriff ziehen, sind je nach dem Schweregrad der Betroffenheit höchst unterschiedlich.

Zunächst einmal haben führende Politiker wie die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Britta Haßelmann, Strafanzeige gestellt; sie riet dazu auch anderen. Parteichef Robert Habeck erstattete ebenfalls Anzeige und ging nicht nur, aber auch wegen des Hacks einen Schritt weiter:

Er verkündete seinen Abschied von den sozialen Netzwerken – mit Ausnahme von Instagram. Zufall ist das nicht. Von dem 49-Jährigen waren nicht allein wie bei der Mehrheit der Gehackten Handy-Nummer, Adressen oder offizielle Dokumente online gestellt worden, sondern noch dazu sehr private Chats mit seiner Frau und seinen vier Söhnen.

Handy-Nummer ändern – oder lieber nicht?

Manche Mandatsträger wie der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken-Bundestagsfraktion, Jan Korte, haben nach dem Hack ihre Handy-Nummer geändert. Andere erwägen noch, das zu tun. Wieder andere tun es ganz bewusst nicht – unter anderem weil sie sagen, dass ihre Nummern ohnehin vielen Menschen geläufig seien, was sich bei neuen Nummern alsbald wiederholen würde.

So sieht dies beispielsweise die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, Eva von Angern, die durch die Veröffentlichung von Chat-Protokollen ähnlich schwer betroffen ist wie Habeck oder der ZDF-Moderator Jan Böhmermann.

Keine heiklen Gespräche mehr in Chats

Im Übrigen hat von Angern seit voriger Woche vieles geändert – oder ist entschlossen, es zu tun. So hat sie im Netz alle Passwörter korrigiert, bei Amazon die Lieferadresse gelöscht und bei Facebook das Instrument der doppelten Authentifizierung eingerichtet.

Auch wird die Politikerin im Zweifel heikle Sachverhalte fortan nicht mehr in Chats kommunizieren, sondern via Telefon besprechen – wohl wissend, dass selbst Telefonleitungen nicht zu 100 Prozent sicher sind.

Die Angst, dass „irgendwann mal jemand vor der Tür steht“

Die größte Sorge der 42-Jährigen ist jedoch, dass nach Shitstorms, die sie nach umstrittenen Äußerungen wie zu einem Verbot von Kinderehen bereits erlebt hat, und dem aktuellen Hackerangriff die Gefahr nicht digital bleibt, sondern eines Tages analog wird – wie das bei Politikern, die auf offener Straße attackiert wurden, ja längst geschehen ist.

Konkret bedeutet das: Nachdem jetzt unter anderem ihre Privatadresse öffentlich wurde, fürchtet von Angern „dass irgendwann einmal jemand vor unserer Tür steht“ – einer mit bösen Absichten. Schließlich werde die Hemmschwelle bei Aggressionen immer niedriger, sagt sie.

Die Sorge gilt nicht bloß der linken Landtagsabgeordneten selbst, sondern mindestens ebenso so sehr, wenn nicht mehr den Mitgliedern ihrer Familie. Von Angern ist Mutter von drei Kindern.

Von Markus Decker/RND

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