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Politik Nach Attentat von Christchurch: Neuseeland will am Freitag Kopftuch tragen
Nachrichten Politik Nach Attentat von Christchurch: Neuseeland will am Freitag Kopftuch tragen
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16:16 21.03.2019
Trug bereits beim Besuch einer muslimischen Gemeinde ein Kopftuch: Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern. Quelle: New Zealand Prime Ministers Office/dpa
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Hannover

Es soll ein Ausdruck der Solidarität sein. Eine Woche nach dem Anschlag in Christchurch werden Neuseeländer dazu animiert, am Freitag ein Kopftuch zu tragen. Bei dem rassistisch motivierten Angriff starben 50 Menschen – mit großer Wahrscheinlichkeit waren alle Muslime.

Aus Trauer: Neuseeland soll am Freitag stillstehen

Am Freitag will Neuseeland der Opfer mit zwei Schweigeminuten gedenken. Eine Woche nach dem Massaker soll das ganze Land stillstehen. Dies kündigte Premierministerin Jacinda Ardern am Mittwoch bei einem weiteren Besuch in der Stadt an.

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Zusätzlich rufen die Organisatoren von „Headscarf for Harmony“ (Kopftuch für Eintracht) dazu auf, symbolisch ein Kopftuch zu tragen. Dabei sollen Frauen und Männer gleichermaßen teilnehmen – zudem sei es egal, welches Tuch genutzt werde. Die Aktion solle den Zusammenhalt zwischen der muslimischen und der nicht-muslimischen Bevölkerung Neuseelands demonstrieren, schreiben die Organisatoren.

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Ins Leben gerufen hat die Aktion die Ärztin Thaya Ashman. Sie wollte etwas tun, nachdem sie eine Muslima im Fernsehen gesehen habe, die sich seit dem Anschlag wegen ihres Kopftuches nicht mehr vor die Tür traue, berichtet die Zeitung „New Zealand Herald“.

„Headscarf for Harmony“ ruft starken Protest hervor

Doch die Aktion sorgt in Neuseeland auch für starken Widerspruch. Bei Twitter oder Facebook stoßen sich viele daran, dass gerade das Kopftuch als Solidaritätssymbol ausgesucht worden sei. Zahlreiche Nutzer sehen im Kopftuch auch ein Symbol der Unterdrückung selbstbestimmter Frauen.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern dagegen bekam viel Zuspruch, als sie nach dem Anschlag beim Besuch einer muslimischen Gemeinde mit Kopftuch erschien. Sie kündigte zudem an, die Waffengesetze im Land zu verschärfen und automatische sowie halbautomatische Waffen zu verbieten.

Von Ansgar Nehls/RND

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