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Nachrichten Politik Polizei stürmt australisches Flüchtlingslager in Manus
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09:44 23.11.2017
Die Polizei von Papua-Neuguinea hat mit der Räumung des aufgelösten Flüchtlingslagers auf der Insel Manus begonnen.
Die Polizei von Papua-Neuguinea hat mit der Räumung des aufgelösten Flüchtlingslagers auf der Insel Manus begonnen. Quelle: AAP/dpa
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Sydney

Die Polizei von Papua-Neuguinea hat ein aufgelöstes australisches Flüchtlingslager auf der Insel Manus gestürmt. Dutzende der rund 400 verbliebenen Bewohner seien in Bussen weggebracht worden, berichteten australische Medien an diesem Donnerstag.

Über den Vorgang gab es widersprüchliche Darstellungen. Die Männer hätten die Einrichtung „friedlich verlassen“, sagte ein Polizeisprecher; er dementierte Berichte, dass bei der Räumung Gewalt angewendet worden sei. Australiens Einwanderungsminister Peter Dutton bestätigte der Nachrichtenagentur AAP, dass eine „kleine Anzahl“ Migranten festgenommen worden sei.

Bewohner des Lagers berichteten von gewaltsamen Szenen bei der Stürmung. „Sie zerstören alles“, schrieb der iranische Flüchtling und Journalist Behrouz Boochani auf Twitter. „Sie sind sehr aggressiv und stecken all unsere Habseligkeiten in Mülleimer.“ Boochani gehörte zu den Festgenommenen, wurde aber später wieder freigelassen.

Rund 400 Männer harrten in dem Lager ohne Essen, Wasser und Strom aus, nachdem Australien die Einrichtung zum 31. Oktober geschlossen hatte. „Die australischen Steuerzahler haben etwa zehn Millionen (australische) Dollar (rund 6,4 Mio Euro) für eine neue Unterkunft gezahlt und jetzt möchten wir, dass die Leute umziehen“, sagte Einwanderungsminister Dutton im Radio 2GB.

Die australische Regierung lehnt es ab, Flüchtlinge aufzunehmen, die versuchen, auf eigene Faust oder mit Hilfe von Menschenschmugglern per Boot auf den fünften Kontinent zu gelangen. Das Nachbarland Papua-Neuguinea erklärte sich gegen Bezahlung dazu bereit, auf der Insel Manus ein Auffanglager einzurichten.

Das oberste Gericht Papua-Neuguineas erklärte das Lager 2016 für illegal. Auch Papua-Neuguinea will die Flüchtlinge nicht auf Dauer aufnehmen.

dpa

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