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Nachrichten Politik Reservistenverband schließt rechtsextreme Mitglieder aus
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07:06 24.10.2017
Schwere Fälle von Rechtsextremismus: Reservistenverband der Bundeswehr Quelle: Dpa
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Berlin

Der Reservistenverband der Bundeswehr hat in den vergangenen Jahren zahlreiche ehemalige Soldaten wegen schwerer Fälle von Rechtsextremismus ausgeschlossen. „Seit 2010 erfolgten 32 außerordentliche Kündigungen wegen rechtsextremer Aktivitäten“, sagte eine Verbandssprecherin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). In Mecklenburg-Vorpommern ermittelt derzeit die Generalstaatsanwaltschaft in fünf weiteren Fällen. Der Verband will im Dezember abhängig von den Ergebnissen darüber entscheiden, auch diesen ehemaligen Soldaten, die in der sogenannten Prepper-Szene aktiv sind, außerordentlich zu kündigen. Bis zum Ende der Prüfung dürfen die Verdächtigen nicht mehr an Schießübungen ihrer Reservistenarbeitsgemeinschaft Schießsport teilnehmen.

Laut Reservistenverband befinden sich noch zwei weitere Fälle in der Prüfung. Die Verdächtigen aus Bayern und Nordrhein-Westfalen seien von Mitgliedern angezeigt worden. „Grundsätzlich gilt: Mit Beitritt in den Reservistenverband bekennt sich jedes Mitglied per Unterschrift zur Satzung – und auch konkret zur dort verankerten freiheitlich-demokratischen Grundordnung“, erklärte die Verbandssprecherin.

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Der Militärische Abschirmdienst (MAD) stufte seit 2008 nach einem Bericht der „Mitteldeutschen Zeitung“ rund 200 Bundeswehr-Soldaten als rechtsextrem ein. Laut Bundesverteidigungsministerium entließ die Bundeswehr zwischen 2012 und 2016 insgesamt 18 Mitarbeiter wegen Rechtsextremismus.

Von Jörg Köpke/RND