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Politik Spannungen in Golfregion: Bundeswehr setzt Ausbildung im Irak aus
Nachrichten Politik Spannungen in Golfregion: Bundeswehr setzt Ausbildung im Irak aus
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14:16 15.05.2019
Eine Transall der Bundeswehr startet vom Nato-Flugplatz in Hohn (Archivfoto). Quelle: Daniel Reinhardt/dpa
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Berlin

Die Bundeswehr hat den Ausbildungsbetrieb für die Streitkräfte im Irak wegen der zunehmenden regionalen Spannungen ausgesetzt. Der Schritt sei zusammen mit den Partnern der Anti-IS-Koalition vollzogen worden, wurde der Deutschen Presse-Agentur dpa am Mittwoch aus Militärkreisen in Berlin erklärt.

Die Aufmerksamkeit mit Blick auf eine größer werdende Bedrohung sei gestiegen. Am Mittwoch wurden auch die Verteidigungspolitiker des Bundestages informiert.

Zuvor hatten die USA viele ihrer Diplomaten im Irak angewiesen, zügig das Land zu verlassen. Betroffen seien die Botschaft in Bagdad und das Konsulat in Erbil, teilte die US-Vertretung am Mittwoch mit.

Sämtliche an diesen Standorten nicht zwingend benötigte Mitarbeiter seien angewiesen worden, das Land so schnell wie möglich zu verlassen. Die Bearbeitung von Visa-Anfragen sei dort vorübergehend eingestellt worden.

Die Lage in der Golfregion ist seit Tagen extrem angespannt – Hintergrund ist ein schwelender Konflikt zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump wirft der Führung in Teheran vor, die Unruhe in der Region anzuheizen und Terrorismus zu unterstützen.

USA erhöhen Alarmbereitschaft für Truppen in Irak und Syrien

Die USA hatten die Alarmbereitschaft für ihre Anti-Terror-Kräfte in der Region zuletzt erhöht und unter anderem einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in den Nahen Osten entsandt. Zur Begründung hieß es, der Iran könne Angriffe auf US-Truppen unternehmen.

Die Bundeswehr ist von Jordanien aus am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak beteiligt und hat im Irak derzeit etwa 160 deutsche Soldaten stationiert.

Davon sind etwa 60 Soldaten in einem Militärkomplex in Tadschi, nördlich von Bagdad, wo die Ausbildung für Kräfte der irakischen Streitkräfte läuft. Rund 100 Soldaten sind im Kurdengebiet im Norden des Landes.

Irak will russische Luftabwehrsysteme kaufen

Unterdessen hat der Irak den Kauf russischer Luftabwehrsysteme des Typs S-400 angekündigt. Die Regierung in Bagdad habe die grundsätzliche Entscheidung getroffen, aber noch keinen genauen Zeitplan vorgelegt, sagte der irakische Botschafter in Moskau, Haydar Mansour Hadi. Er äußerte sich nach russischen Medienberichten bei einer Pressekonferenz in der russischen Hauptstadt.

Der Schritt dürfte vor allem bei den USA für Kritik sorgen, die auch schon die Türkei aufgefordert haben, auf die russischen Waffensysteme zu verzichten. Die USA haben im Irak Truppen stationiert.

Die S-400-Systeme sollen Ziele wie zum Beispiel Bomber und Raketen im Luftraum vernichten. Die Abwehranlagen sind vor allem in Russland stationiert. Zwei Divisionen hat Russland aber auch in Syrien zum Schutz seiner Militärbasen im Einsatz. Exportverträge gibt es auch mit China und Indien.

Die Türkei soll ihre vier Divisionen für einen Gesamtpreis von 2,5 Milliarden US-Dollar (2,23 Milliarden Euro) im Sommer erhalten. Eine Division hat zwölf Startanlagen mit je vier Raketen.

Von RND/dpa/das/lf