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Politik Star-Ökonom: „Lasst Trump seine Mauer haben“
Nachrichten Politik Star-Ökonom: „Lasst Trump seine Mauer haben“
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13:24 24.01.2019
Teile der Grenzmauer zwischen der mexikanischen Tijuana und der US-Stadt San Diego werden neu installiert. Quelle: Omar Martinez/dpa
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Davos

Im US-Haushaltsstreit hat der amerikanische Star-Ökonom Robert Shiller die Demokraten zu Nachgiebigkeit gegen Präsident Donald Trump aufgefordert. „Im Sinne eines Kompromisses: Lasst ihn seine Mauer haben, und dann sehen wir, wie es läuft“, sagte Shiller in Davos. „Und ich vermute, sie wird keine große Auswirkung auf illegale Einwanderung haben.“

Viele Menschen treibe die Angst um, dass sich Demokraten und Republikaner nicht einigen könnten, wie der „Shutdown“ zu beenden sei. „Deshalb bin ich dafür, Trump seine Mauer bauen zu lassen, auch wenn ich die Idee ablehne.“

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Der Wirtschaftsnobelpreisträger von 2013 kritisierte Trump für dessen strikte Immigrationspolitik. „Universitäten in den USA verlieren ausländische Studenten und wir bekommen nicht mehr die Expertise für die Industrie“, sagte der Professor der Elite-Universität Yale am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums.

Robert J. Shiller sagt, leider seien Anhänger Trumps nicht mit Argumenten zu erreichen. Quelle: dpa/Yale Univerity

Er zeigte sich besorgt über eine Spaltung der US-Gesellschaft. „Diese Polarisierung besorgt mich, sie ist zu intensiv. Und das ist absurd, denn man könnte meinen, dass man sich auf Fakten einigen kann.“

Lesen Sie auch: Shutdown in den USA könnte bald enden – zumindest vorläufig

Shiller beklagte einen Vertrauensverlust, weil Trump die Medien als „Lügenpresse“ angreife. „Vielleicht sind sie manchmal voreingenommen, aber sie lügen nicht. Unser Präsident nennt sie Lügenpresse, das ist selbst eine Lüge. Es gibt keine Beweise dafür.“

Leider seien Anhänger Trumps nicht mit Argumenten zu erreichen, sagte Shiller. Eine Mitschuld gab er den in Amerika beliebten Late-Night-Shows, die den Präsidenten als Idioten darstellten. „Und diese Leute identifizieren sich so sehr mit ihm, dass sie sich davon persönlich getroffen fühlen.“

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Von RND/dpa/ngo