Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Stephan B. – das ist über den Attentäter von Halle bekannt
Nachrichten Politik Stephan B. – das ist über den Attentäter von Halle bekannt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:54 10.10.2019
Ein Mann mit einer Israel-Flagge steht vor der Synagoge, wo der Angriff stattfand. Quelle: Jan Woitas/dpa
Anzeige

Er hat seine Tat gefilmt und im Netz gestreamt sowie offenbar auch ein Dokument über seine Pläne vor der Tat ins Internet gestellt: Stephan B., der Attentäter von Halle. Nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft ist das Bekennervideo eindeutig antisemitisch und rechtsextremistisch. „Er hat geplant, Menschen zu töten“, so ein Ermittler. Der mutmaßliche Täter aber war den Behörden zuvor offensichtlich nicht aufgefallen.

Einzelheiten über Stephan B. aus Sachsen-Anhalt gaben die Ermittler zunächst nicht offiziell bekannt. Nach den Worten seines Vaters aber soll er ein Eigenbrötler gewesen sein, der häufig vor dem Computer saß. Die „Bild“-Zeitung zitierte den Vater mit den Worten „Er war weder mit sich noch mit der Welt im Reinen, gab immer allen anderen die Schuld“. Der 27-Jährige habe kaum Freunde gehabt und stattdessen viel Zeit im Internet verbracht. „Der Junge war nur online.“

Halle: Rechtsextremist wollte Massaker in Synagoge anrichten

Er war vor seinem Angriff auf die Synagoge nach Informationen der Deutschen Presseagentur (dpa) nicht mit anderen kriminellen Handlungen aufgefallen. Der 27-jährige Deutsche sei nicht polizeibekannt gewesen, hieß es in Sicherheitskreisen. Es habe intern eine bundesweite Abfrage bei Sicherheitsbehörden gegeben, niemand habe den Mann auf dem Schirm gehabt.

Der mutmaßliche Täter war gar nicht weit weg vom Tatort aufgewachsen. In Helbra, rund 30 Kilometer östlich von Halle. Die Mutter lebt noch in der Region – in Benndorf, dort soll auch Stephan B. zehn Jahre gewohnt haben, wie die „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) schreibt. Zuletzt lebte er aber in Halle.

Der Vater lebt nach wie vor in Helbra. Familie B. sei eine ruhige Familie, Stephan viel zu Hause gewesen, sagen Anwohner. Ohne Haare sehe er ja komisch aus, aber ein Nazi? Stephan? Das können sich die Nachbarn nicht vorstellen.

Ausnahmezustand in Halle: Unbekannte erschießen mitten in der Stadt zwei Menschen und flüchten. Das Motiv ist noch völlig unklar.

Er soll ein Chemie-Studium angefangen und später abgebrochen haben. Später soll er als Umwelttechniker gearbeitet und offenbar sehr zurückgezogen gelebt haben.

Nach bisherigen Ermittlungen hatte der 27 Jahre alte Stephan B. am Mittwoch versucht, die Synagoge in Halle an der Saale während des jüdischen Jom-Kippur-Festes mit Waffengewalt zu stürmen. Er wird beschuldigt, danach zwei Unbeteiligte erschossen und mindestens zwei weitere Menschen verletzt zu haben. Nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft hatte er für seine im Internet dokumentierten Taten rechtsextremistische und antisemitische Motive.

Mehr zum Thema

Generalbundesanwalt: Angriff von Halle war Terror

Merkel für ganze Härte des Rechtsstaates gegen Rechtsextremismus

Sachsen-Anhalt hat ein Problem mit Rechtsextremismus

Vater von Halle-Täter Stephan B.: „Es kam immer wieder zu Streit“

RND/LVZ/dpa/das

Sylvie Goulard sollte eigentlich einer der Stars in der neuen EU-Kommission werden. Doch das EU-Parlament verwehrt der Kandidatin des französischen Präsidenten Emmanuel Macron die Unterstützung. Die künftige Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat nun ein Problem.

10.10.2019

Der Terrorakt von Halle erschüttert die Menschen. So auch Angela Merkel, die sich schockiert und bedrückt zeigte. Sie trauere mit den Familien und Freunden der Ermordeten und sprach sich für sämtliche rechtsstaatlichen Mittel gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus aus.

10.10.2019

Der mutmaßliche Täter Stephan B. wollte in der Synagoge ein Massaker anrichten, ist sich der Generalbundesanwalt Peter Frank sicher. Er sei “wohl tief durchdrungen” von einem erschreckendem Antisemitismus und Fremdenhass. In einer Frage herrscht jedoch noch Unklarheit.

10.10.2019