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Politik Streit um Haltungsverbote von Wildtieren im Zirkus – Klöckner kündigt Konzept an
Nachrichten Politik Streit um Haltungsverbote von Wildtieren im Zirkus – Klöckner kündigt Konzept an
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17:14 29.04.2019
Ein Tiger springt während einer Zirkusvorstellung über eine Gruppe Löwen. Quelle: Andreas Gebert/dpa
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Düsseldorf

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat angekündigt, Haltungsverbote für bestimmte Tierarten im Zirkus zu prüfen. Manche Tierarten hätten in der Manege nichts zu suchen, schreibt das Ministerium in einer Pressemitteilung. Deshalb plane Bundesministerin Julia Klöckner den Einstieg in den Ausstieg einiger Tierarten im Zirkus einzuleiten. Als Beispiel nennt das Ministerium Giraffen. Schon der häufige Ortswechsel und die Transporte seien aus Tierschutzgründen für Wildtiere problematisch.

Damit widerspricht das Ministerium einem Bericht der „Rheinischen Post über eine Anfrage der Grünen. Dem Bericht zufolge soll das Ministerium ein Verbot der Haltung von Zirkustieren behindern. Die Anfrage ist vom 17. April und thematisiert Fragen zur „Haltung der Bundesregierung zu Wildtieren im Zirkus“.

Demnach schreibt die Bundesregierung als Antwort in der Anfrage vom April, die auch dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt, sie sei seit Sommer 2018 verstärkt in Kontakt mit den Zirkusbetreibern mit dem Ziel, ein gemeinsames Konzept zur Haltung von Tieren in Zirkusbetrieben zu vereinbaren. Der Bundesregierung seien sowohl Veröffentlichungen bekannt, die sich aus Tierschutzgründen gegen das Zurschaustellen bestimmter Wildtierarten an wechselnden Standorten aussprechen als auch solche, nach denen eine artgerechte Haltung von Wildtieren im Zirkus nötig ist.

Anforderungen an die Haltung von Wildtieren

Das zu erarbeitende Konzept betreffe sowohl allgemeine Anforderungen wie das „Vorhalten eines Winterquartiers“ als auch möglicherweise spezielle Anforderungen an die Haltung und den Transport einzelner Tierarten. Die Initiative sei sowohl von Klöckner als auch von den Zirkusbetreibern ausgegangen. Hintergrund sei die gesellschaftliche Wahrnehmung von Wildtieren im Zirkus.

Lesen Sie auch: Schweden verbietet Elefanten und Seelöwen im Zirkus

Die grüne Abgeordnete Renate Künast, die zu den Initiatoren der Anfrage gehört, wertete die Antworten der Anfrage kritisch. Klöckner würde Lobbyinteressen schützen und nicht die Tiere, warf sie der Ministerin vor. Sie kritisierte zudem, dass die Ministerin Fragen aus ihrer Sicht unzulänglich beantwortet habe. Als Beispiel nannte sie, dass das Ministerium bei einigen Fragen auf die zuständigen Bundesländer verweise. Dabei hätten diese selbst eine Handlungsaufforderung erteilt.

Dem vorläufigen Protokoll der Agrar-Minister der Länder vom 12. April zufolge, das dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt, fordern diese von der Bundesregierung ein Verbot von Wildtieren wie Bären und Elefanten in Zirkussen. Dies sei im Sinne von Artikel 20a Grundgesetz zwingend erforderlich. Konkret geht es um das Verbot für Affen, Elefanten, Großbären, Giraffen, Nashörner und Flusspferde.

In Deutschland gibt es keine bundesweit einheitliche Regelung. Städte und Gemeinden können eigenständig Verbote verhängen. Die Tierrechtsorganisation Peta führt eine Liste mit deutschen Städten sowie Ländern, die Auftritte von Zirkussen mit Wildtieren verbieten, darunter Österreich. Im europäischen Vergleich ist Deutschland eines der wenigen Länder, in denen kein nationales Zirkus-Verbot für Wildtiere oder bestimmte Tierarten gilt.

Von RND/ngo

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