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Nachrichten Politik Studie: Staat profitiert von Rechtsanspruch auf Ganztags-Betreuung
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16:18 25.03.2019
Nach einem Versprechen der Bundesregierung sollen Eltern ab dem Jahr 2025 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen bekommen – so steht es im Koalitionsvertrag von Union und SPD. Quelle: dpa/Peter Steffen
Gütersloh

Der im Koalitionsvertrag vorgesehene Ganztags-Rechtsanspruch für Grundschulkinder hätte laut einer Studie volkswirtschaftliche Vorteile.

Durch einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für ihre Kinder könnten mehr Eltern arbeiten gehen und aus der Erwerbslosigkeit in Arbeit gebracht werden, erklärte die Bertelsmann Stiftung am Montag in Gütersloh bei der Vorstellung der Studie.

Sozial benachteiligte Kinder bekämen bessere Bildungschancen und Jobperspektiven. Volkswirtschaftlich könnten sich die Investitionen in absehbarer Zeit durch höhere Staatseinnahmen refinanzieren. Lehrergewerkschaften beurteilten die Studie hingegen skeptisch.

Ende letzten Jahre war bekannt geworden, dass die große Koalition das für 2025 geplante Vorhaben verschiebt.

Ausgaben rentieren sich

Nach der Modellrechnung der Stiftung könnten mit einer Anschubfinanzierung durch den Bund in Höhe von insgesamt vier Milliarden Euro in dieser und der nächsten Legislaturperiode bis zu einer Million zusätzliche Ganztagsplätze geschaffen werden.

Unter anderem durch mehr Arbeitskapazitäten der Eltern könnten bis 2030 rund 54.000 zusätzliche Vollzeitstellen, bis 2050 mehr als 70.000 entstehen, erklärte die Stiftung. Hinzukommen würden zusätzliche Stellen für Erzieherinnen und Lehrkräfte zur Ausweitung des Ganztagsangebotes.

Förderung von sozial benachteiligten Schülern

Arbeitslosigkeit und geringfügige Beschäftigungsverhältnisse würden zugleich zurückgehen, hieß es. Verbessern würde sich vor allem die Einkommenssituation von Müttern, die ihre Stunden aufbessern oder überhaupt eine Arbeit aufnehmen könnten.

Sozial benachteiligte Schüler, die sich keine Nachhilfe leisten könnten, würden durch die gezielte Lernförderung bessere Bildungsabschlüsse erzielen und langfristig ihre Einkommenschancen verbessern, glauben die Forscher.

Amortisierung nach 17 Jahren

Durch das stärkere Wirtschaftswachstum sowie mehr und höherwertige Jobs würden die Einnahmen des Staates steigen, zugleich würden die Sozialausgaben sinken, erklärte die Bertelsmann Stiftung.

Nach 17 Jahren könnten sich laut der Untersuchung die Investitionen in den Ausbau der Ganztagsinfrastruktur sowie die laufenden Kosten für das zusätzliche Erzieherpersonal amortisiert haben. Ab dann könnte der Staat mit den Überschüssen Schulden tilgen.

Skepsis bei Gewerkschaft

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnte, dass nicht allein der zahlenmäßige Ausbau der Ganztagsgrundschulen zähle, sondern auch Qualitätsstandards und eine solide Finanzierung

Die Bundesregierung müsse hier bundesweite Qualitätsstandards verankern, erklärte GEW-Vorstandsmitglied Björn Köhler in Frankfurt am Main. Köhler äußerte sich skeptisch, ob bis zum Jahr 2025 der dramatische Mangel an Lehrkräften, Erzieherinnen und Sozialpädagogen zufriedenstellend gelöst werden könne.

Verbindliche Zusagen gefordert

Auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE) forderte von der Bundesregierung die Festlegung verbindlicher Standards und Investitionszusagen, um die Qualität im Ganztagsschulangebot abzusichern. Ein Rechtsanspruch auf Ganztag könne nur gelingen, wenn jetzt die Weichen für genügend gut ausgebildetes Personal gestellt würden, erklärte der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann.

Für die Studie „Zwischen Bildung und Betreuung. Volkswirtschaftliche Potenziale des Ganztags-Rechtsanspruchs für Kinder im Grundschulalter“ schätzten Wirtschaftswissenschaftler die ökonomischen Effekte des Ausbaus ganztägiger Angebote für Grundschulkinder auf Wachstum und Beschäftigung sowie die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen.

Von RND/epd

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