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Politik TV-Duell in Hessen: Nur mal schnell die GroKo retten
Nachrichten Politik TV-Duell in Hessen: Nur mal schnell die GroKo retten
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22:36 17.10.2018
Amtsinhaber Volker Bouffier (CDU, l.) und sein Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD). Quelle: dpa
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Berlin

Die gute Nachricht vorweg: Beim TV-Duell zur Hessen-Wahl geht es vor allem um Landesthemen. Nahverkehr, Ganztagsschulen, Wohnungsbau – sogar die Straßenausbaubeiträge in den Kommunen werden diskutiert. Wer sich für die Feinheiten der hessischen Landespolitik interessiert, kommt an diesem Mittwochabend voll auf seine Kosten. Und das ist ja eigentlich auch das Ziel einer solchen Veranstaltung.

Aber natürlich gibt es auch eine bundespolitische Dimension, die das Aufeinandertreffen der beiden Spitzenkandidaten Volker Bouffier (CDU) und Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) hat: Beide werden nach Lage der Dinge schlechter abschneiden als bei der Wahl 2013. Die Frage ist, wie viel schlechter? Von der Antwort hängt eine Menge ab.

Verliert Hessens Ministerpräsident Bouffier seine Staatskanzlei, könnte sich in der CDU der Merkel-Frust endgültig Bahn brechen. Umgekehrt gilt: Gerät Herausforderer Schäfer-Gümbel von der SPD zu sehr unter die Räder, kann niemand mehr garantieren, dass die Sozialdemokraten nicht eine Meuterei gegen Parteichefin Andrea Nahles anzetteln. Die Einsätze sind also hoch. Es geht um die nächste Regierung in Hessen, aber es geht auch um den Fortbestand der Großen Koalition in Berlin.

Seriös und ein kleines bisschen bieder

Entsprechend angespannt präsentieren sich die Duellanten. Gelacht wird wenig an diesem Abend, Lockerheit gibt es auch keine. Das mag auch an den beiden Charakteren liegen, die jeder für sich zwar als seriös, aber auch als ein bisschen bieder gelten. Angst, auf einen Blender hereinzufallen, müssen die hessischen Wähler jedenfalls nicht haben.

Amtsinhaber Bouffier, rote Krawatte, grauer Anzug, gibt den staatstragenden Landesvater. Ruhig, sachlich und ein wenig ausschweifend arbeitet er die Fragen der beiden Moderatorinnen ab. Er bedankt sich sogar großzügig bei der SPD, dass diese die Flüchtlingspolitik nicht zum Wahlkampfthema gemacht habe. Bouffiers Botschaft ist einfach: Den Hessen geht es gut. Ich habe das Land im Griff. Am besten alles bleibt, wie es ist.

+++ Twitter-Reaktionen auf das TV-Duell

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Herausforderer Schäfer-Gümbel, offener Kragen, blaue Knöpfe auf weißem Hemd, muss dagegen angreifen. Und er darf dabei nicht zu verbissen wirken, weil das die Wähler abschrecken könnte. Dem hessischen SPD-Chef gelingt dieser Spagat sehr ordentlich. Er attackiert Bouffier inhaltlich hart, bleibt aber auf der Sachebene. Angriffe leitet er mehrmals mit der Höflichkeitsformel „Ich kann es Ihnen nicht ersparen, Herr Bouffier“ ein.

Schäfer-Gümbel wirkt spritziger, Bouffier gelingt ein inhaltlicher Coup

Beim Auftritt hat Schäfer-Gümbel einen Vorteil: Er wirkt dynamischer als der 17 Jahre ältere Amtsinhaber, redet präziser, hat die Fakten besser präsent. Bouffier allerdings gelingt ein kleiner inhaltlicher Coup, er hat eine Überraschung mitgebracht. Man müsse darüber reden, Steuermittel für die Nachrüstung von Diesel-Autos zur Verfügung zu stellen, sagt der Ministerpräsident.

Die Bundesmittel für Elektromobilität würden ohnehin nicht abgerufen. Bevor der Dieselfahrer „der Dumme“ sei, solle das Geld besser für Nachrüstungen verwendet werden. Auch Schäfer-Gümbel will Nachrüstungen auf Staatskosten nicht ausschließen, allerdings hat er dabei eher kommunale Fahrzeuge im Sinn.

Schäfer-Gümbel und Bouffier gelten nicht als Freunde. Ihren Mienen sieht man an, dass sie einander nicht gerade mit Sympathie begegnen. Andererseits führen sie ein ausgesprochen faires, fast schon hochanständiges Duell. Am Ende der 60 Minuten kann man sich gut vorstellen, dass die beiden notfalls auch in einer gemeinsamen Regierung professionell zusammenarbeiten könnten, wenn die schwarz-grüne Regierung ihre Mehrheit verlöre und die Dreierbündnisse Jamaika, Ampel oder R2G nicht zustande kämen.

Ob das gut für Hessen wäre, ist eine andere Frage. Und in dieser sind sich Schäfer-Gümbel und Bouffier an diesem Abend zum ersten Mal einig: Nein, das wäre es nicht.

Von Andreas Niesmann/RND

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