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Politik Tatverdächtiger von Frankfurt wurde von Schweizer Behörden seit Tagen gesucht
Nachrichten Politik Tatverdächtiger von Frankfurt wurde von Schweizer Behörden seit Tagen gesucht
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17:37 30.07.2019
Passanten und Reisende haben am Hauptbahnhof in Frankfurt Blumen und Stofftiere zum Gedenken an den Jungen abgelegt, der zusammen mit seiner Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen worden war. Quelle: imago images / epd
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Berlin

Die Gewalttat hat bundesweit für Entsetzen gesorgt: Ein Eritreer soll einen achtjährigen Mutter und dessen Jungen im Frankfurter Hauptbahnhof vor einen einfahrenden Zug auf die Gleise geschubst haben. Die Frau konnte gerettet werden, das Kind starb.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) unterbrach seinen Urlaub und beriet sich „angesichts mehrerer schwerwiegender Taten in jüngerer Zeit“ am Dienstag mit den Chefs der Sicherheitsbehörden. Im Anschluss gab Seehofer gemeinsam mit Polizeipräsident Dieter Romann und BKA-Präsident Holger Münch eine Pressekonferenz. Dabei wurde bekannt, dass der Tatverdächtige bereits im Vorfeld in der Schweiz straffällig geworden sei.

+++ Keine weiteren Details zur Tat in der Schweiz +++

Zu der Tat in der Schweiz, wegen welcher der Tatverdächtige gesucht wird, kann Romann keine weiteren Details nennen, „da es sich um ein ausländisches Strafverfahren handelt“. Damit ist die Pressekonferenz zu Ende – und wir beenden unseren Live-Blog.

+++ Nicht asylrechtlich in Deutschland in Erscheinung getreten +++

Bundespolizeipräsident Dieter Romann sagt, der Beschuldigte sei in Deutschland nicht asylrechtlich in Erscheinung getreten – genauso wenig wie bei anderen Taten. Ob er Verwandte in der Bundesrepublik habe, das wisse er nicht.

+++ Der Innenminister zur Polizeipräsenz an Bahnhöfen +++

Seehofer wird damit konfrontiert, ob er nicht zu viel verspreche, wenn er nun mehr Polizeipräsenz an Bahnhöfen fordere – unabhängig von den Kosten. Der Minister konkretisiert seine Aussage: “Von vornherein zu sagen, weil es Geld kostet, nähern wir uns dem Gedanken gar nicht, das halte ich für unzulässig“, so Seehofer.

+++ Seehofer äußert sich zu Bootsflüchtlingen +++

Eine italienische Journalistin fragt Seehofer nach seiner Politik in Bezug auf Bootsflüchtlinge im Mittelmeer. Seit einem Jahr zeige sich die Bundesregierung bei jedem Schiff, das in Italien oder in Malta anlege, bereit, Flüchtlinge aufzunehmen, so Seehofer. “Solange wir uns nicht neu verständigen in Europa, verfahren wir nach diesem Modus weiter“, betont Seehofer. „Und das ändert sich auch durch den Fall von gestern nicht.“

+++ Seehofer: Meine Entscheidungen immer aus Überzeugung getroffen +++

„Es wird immer Menschen geben, die das Recht brechen und zur Verantwortung gezogen werden müssen“, sagt Seehofer. Auf die Frage, welchen Anteil er an der Verunsicherung in der Bevölkerung habe, sagt Seehofer: Er sehe keinen Anteil bei sich. Er habe seine politischen Entscheidungen immer aus Überzeugung getroffen.

+++ Weiter keine Erkenntnisse zum Motiv des Täters +++

Seehofer bestätigt, dass es weiterhin keine Informationen zur Motivlage des Täters gebe.

+++ Innenminister beklagt Verrohung in der Gesellschaft +++

Je länger die Pressekonferenz dauert, desto weiter schlägt der Innenminister den Bogen. Seehofer beklagt ein abnehmendes Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung trotz abnehmender Kriminalität. Es gehe darum, Ausländerkriminalität nicht zu instrumentalisieren, aber auch nicht zu verharmlosen. „Deshalb trete ich für eine Politik der Mitte, der Vernunft ein“, fügt Seehofer hinzu. „Wir sind da, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.“

+++ Seehofer: Keine ausländer- und aufenthaltsrechtlichen Konsequenzen +++

Innenminister Seehofer sieht keine Notwendigkeit für ausländer- und aufenthaltsrechtliche Konsequenzen. Der Täter von Frankfurt sei legal nach Deutschland eingereist, mit seiner Niederlassungserlaubnis in der Schweiz habe er Freizügigkeit genossen.

+++ Innenminister kündigt Gespräche mit Verkehrsministerium über Sicherheit in Bahnhöfen an +++

Der Bundesinnenminister kündigt Konsequenzen an. Geplant seien Maßnahmen an, um die Sicherheit an den 5600 Bahnhöfen in Deutschland wirksam zu verbessern. Dazu werde es mehrere Gespräche mit dem Bundesverkehrsministerium und der Deutschen Bahn geben. „Wir haben die moralische Verantwortung, das Menschenmögliche für mehr Sicherheit zu tun“, so der CSU-Politiker weiter. Für das Sicherheitsgefühl der Menschen seien mehr Polizeipräsenz und mehr Videoüberwachung auf Bahnhöfen unverzichtbar. Technische Sicherungen an Bahnhöfen sollten nicht zum Tabu erklärt werden.

+++ Seehofer: Täter galt als Musterbeispiel gelungener Integration +++

Laut Bundespolizeipräsident Dieter Romann ist der Täter – A. – 1979 in Eritrea geboren worden, war wohnhaft in der Schweiz, war dorthin 2006 illegal eingereist, bekam dort Asyl. Seehofer fügt hinzu, er habe als „Musterbeispiel gelungener Integration“ gegolten. A. habe mit „starrem Blick“ auf Bahnsteig 7 des Frankfurter Hauptbahnhofs gestanden, so Romann. Allerdings sei er mit Gewalttaten polizeibekannt gewesen.

+++ Seehofer spricht „von kaltblütigem Mord“ in Frankfurt +++

„Wir all sind noch tief bestürzt von diesem kaltblütigen Mord gestern am Frankfurter Hauptbahnhof“, sagt Innenminister Seehofer. „Ein solches Ereignis macht uns alle fassungslos und trifft uns mitten ins Herz.“

+++ Mutmaßlicher Täter wurde seit Tagen in der Schweiz gesucht +++

Der mutmaßliche Täter wurde seit vergangenem Donnerstag von der Schweizer Polizei gesucht. Der Mann habe seine Nachbarin mit einem Messer bedroht, eingesperrt und sei dann geflohen. Daraufhin sei er in der Schweiz zur Festnahme ausgeschrieben gewesen, sagte Bundespolizeipräsident Dieter Romann bei der Pressekonferenz. „Er war auch im Vorfeld mit entsprechenden Delikten bereits in der Schweiz auffällig“.

+++ Warten auf die Pressekonferenz des Bundesinnenministers +++

Ernste Mienen im Konferenzzentrum des Bundesinnenministeriums. Die Reporter warten auf Innenminister Horst Seehofer (CSU).

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Von Rasmus Buchsteiner und Dana Schülbe/RND

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