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00:00 10.10.2014
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Kobane

Ungeachtet zahlreicher US-geführter Luftangriffe auf Stellungen der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) sind IS-Kämpfer weiter in die Stadt Kobane vorgerückt.

Gestern hätten die IS-Milizionäre ihre Kontrolle auf mehr als ein Drittel der syrischen Kurdenstadt ausgedehnt, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Kobane liegt direkt an der türkischen Grenze. Nach Angaben der Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netzwerk von Informanten vor Ort stützt, eroberten die IS-Kämpfer auch den Sitz der kurdischen Sicherheitskräfte in Kobane. Am Mittwoch wurden 42 IS-Kämpfer getötet, davon 23 durch Luftangriffe. Zudem seien 15 kurdische Kämpfer getötet worden.

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Trotz des drohenden Falls der syrisch-kurdischen Stadt Kobane ist die Türkei nicht dazu bereit, alleine mit Bodentruppen gegen die IS im Nachbarland vorzugehen. „Dass nur die Türkei ganz alleine eine Bodenoperation unternimmt, ist kein realistischer Ansatz“, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu nach einem Treffen mit dem neuen Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Ankara. Das internationale Bündnis gegen den IS müsse sich auf eine gemeinsame umfassende Strategie einigen.

Stoltenberg sagte, die Türkei sei ein wichtiger Nato-Partner. Der IS sei nicht nur eine Bedrohung für Syrien und den Irak, sondern für die Region und für Nato-Staaten. „Die Nato steht bereit, alle Alliierten dabei zu unterstützen, ihre Sicherheit zu verteidigen.“ Er verwies dabei auf die Patriot-Raketen auch der Bundeswehr in der Türkei zum Schutz gegen Angriffe aus Syrien. „Die Nato spielt ihre Rolle.“

Cavusoglu wies Vorwürfe zurück, die Türkei engagiere sich nicht ausreichend im Kampf gegen den IS. „Wir sind nie zurückhaltend gewesen“, sagte er. Er erneuerte die türkische Forderung nach einer Schutz- und einer Flugverbotszone in Syrien. Stoltenberg sagte, die Errichtung solcher Zonen würden in der Nato derzeit nicht diskutiert.

Cavusoglu sagte weiter, die Türkei werde weiterhin humanitäre Hilfe leisten. Nach seinen Angaben haben seit Mitte September mehr als 200 000 Menschen aus der Region Kobane Zuflucht in der Türkei gesucht.



OZ

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