Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Türkische Gemeinde verteidigt Nikab-Verbot in Schulen
Nachrichten Politik Türkische Gemeinde verteidigt Nikab-Verbot in Schulen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:25 24.07.2017
Vollverschleierte Frauen: Niedersachsen will die Verhüllung des Gesichts an Schulen verbieten.
Vollverschleierte Frauen: Niedersachsen will die Verhüllung des Gesichts an Schulen verbieten. Quelle: Boris Roessler
Anzeige
Berlin

Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) befürwortet das geplante Verbot der Vollverschleierung an niedersächsischen Schulen. „Die Schülerinnen sollen sehen können, wer neben ihnen sitzt“, sagte der TGD-Vorsitzende Gökay Sofuoglu der Deutschen Presse-Agentur.

Durch das Verbot könne man zudem „unnötige Diskussionen darüber vermeiden, wer die richtige Muslima ist“. Die aktuelle Forderung der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes nach einem Kopftuch-Verbot in allen Schulen und Kindergärten finde er aber übertrieben. Dass Kopftücher inzwischen auch von einigen muslimischen Grundschülerinnen getragen würden, sei zwar ein „neues Phänomen“, das ihm auch nicht gefalle, erklärt Sofuoglu. Statt auf Verbote zu setzen, wäre es jedoch besser, auf die Moschee-Gemeinden einzuwirken. Diese sollten die Eltern überzeugen.

Der TGD-Vorsitzende sagte, unter Feministinnen seien vereinzelt „islamfeindliche Tendenzen“ festzustellen. Alice Schwarzer lasse etwa „sehr starke Ressentiments“ gegen den Islam erkennen.

Niedersachsen will als Reaktion auf den Fall einer vollverschleierten Schülerin die Verhüllung des Gesichts an Schulen verbieten. Auf eine Änderung des Schulgesetzes hatten sich Politiker aller vier Landtagsfraktionen vergangene Woche geeinigt. Begründet wurde die Änderung damit, dass der Schleier die Kommunikation erschwere. In Bayern sind Burka und Nikab ab dem 1. August für Beamtinnen und Angestellte im Öffentlichen Dienst, an Hochschulen, Schulen und in Kindergärten verboten. Das Gesetz stellt auch klar, dass Schülerinnen „eine Gesichtsverhüllung grundsätzlich untersagt ist“.

dpa

Mehr zum Thema

Jetzt aber schnell! Einige Hochschulen bieten brandneue Studienprogramme für das kommende Semester an. Doch die Bewerbungsfristen für viele Studiengänge enden bereits in ein paar Tagen.

19.07.2017

Bis hierhin und nicht weiter: Der deutschen Regierung reißt angesichts einer immer bedrohlicheren Menschenrechtslage in der Türkei der Geduldsfaden. Berlin holt zu Gegenmaßnahmen aus - Ankara empört sich über „Respektlosigkeit gegenüber der türkischen Justiz“.

20.07.2017

Die Projekte „Treffpunkt Suppenküche“ und „Slalom+“ wurden jetzt vorgestellt.

20.07.2017