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Politik USA beharren auf Vorwürfen gegen den Iran – der dementiert jegliche Schuld
Nachrichten Politik USA beharren auf Vorwürfen gegen den Iran – der dementiert jegliche Schuld
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20:01 19.06.2019
Im Golf von Oman geriet der Öltanker „Front Altair“ der norwegischen Reederei Frontline nach einem Angriff in Brand. Quelle: Uncredited/Iranian Students' New/dpa
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Washington

Knapp eine Woche nach den mutmaßlichen Angriffen auf zwei Öltanker im Golf von Oman haben die USA ihre Vorwürfe, der Iran sei dafür verantwortlich, weiter untermauert.

Die Mine, die vergangenen Donnerstag den japanischen Tanker „Kokuka Courageous“ beschädigte, habe eine „frappierende Ähnlichkeit“ mit iranischen Minen, sagte ein Sprengstoffexperte der US-Marine, Sean Kido, in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Der Iran hat mehrfach dementiert, irgendwas mit den Angriffen auf die „Kokuka Courageous“ und den norwegischen Tanker „Front Altair“ zu tun zu haben.

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„Der Vorwurf gegen den Iran ist eine komplette Lüge“, sagte Verteidigungsminister Amir Hatami nach einem Bericht der halbamtlichen Nachrichtenagentur Fars. Vielmehr habe das iranische Militär eine wichtige Rolle dabei gespielt, die Region und internationale Schifffahrtsrouten sicher zu machen.

Aufnahmen nicht als Beweismittel zulässig

US-Präsident Donald Trump sieht es jedoch als erwiesen an, dass Teheran dafür verantwortlich war. Als einen Beweis dafür legte Washington ein Video vor, dass zeigen soll, wie Soldaten der iranischen Revolutionsgarden eine nicht explodierte Mine vom Rumpf des Schiffes entfernten.

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Hatami sagte, die Amerikaner könnten Aufnahmen zeigen, so viele sie wollten. „Aber sie können nicht als Beweise verwendet werden.“ Es sei nicht bestätigt, dass der Zeitpunkt und der Ort, der in dem Video zu sehen sei, tatsächlich stimmten.

Fingerabdrücke am Schiffsrumpf

Augenzeugen berichteten nach Angaben der Reederei, vor der Explosion seien fliegende Objekte auf das Schiff zugekommen. Der Schaden, den die „Kokuka Courageous“ davongetragen habe, könne nicht von solchen Objekten kommen, sagte nun hingegen Kido.

Die US-Marine habe einen Magneten und andere Beweisstücke sichergestellt, unter anderem Fingerabdrücke und den Abdruck einer Hand am Schiffsrumpf, sagte Kido.

Die Weltgemeinschaft ist in großer Sorge, dass die Spannungen zwischen dem Iran und den USA zu einem Krieg führen könnten. Diese Gefahr sei nicht gebannt, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas bei einem Besuch in Paris.

„Wir sind beunruhigt“

Bundesaußenminister Heiko Maas hat derweil in Paris vor einer Eskalation der Irankrise gewarnt. „Die Lage ist nach wie vor ernst. Die Kriegsgefahr am Golf ist nicht gebannt“, sagte der SPD-Politiker nach der Teilnahme an einer französischen Kabinettssitzung im Élyséepalast.

Maas betonte an der Seite seines französischen Amtskollegen Jean-Yves Le Drian, es gebe eine gemeinsame deutsch-französische Haltung. Es werde mit allen Seiten gesprochen, auch mit den Amerikanern. Es gelte der Grundsatz „Diplomacy first“ („Diplomatie zuerst“). „Wir sind beunruhigt“, sagte Le Drian. „Es gibt noch Zeit“, fügte er hinzu.

Maas’ Besuch in Paris war schon zu Monatsbeginn geplant gewesen, dann aber wegen der SPD-Krise verschoben worden. Le Drian nahm bereits Ende März an einer Kabinettssitzung in Berlin teil. Beide Länder hatten im Januar in Aachen ihren Freundschaftsvertrag erneuert.

Von RND/dpa/lf

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