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Politik Guaidó: „Polizei kann meine Familie nicht einschüchtern“
Nachrichten Politik Guaidó: „Polizei kann meine Familie nicht einschüchtern“
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20:31 31.01.2019
Der selbsternannte Interimspräsident Venezuelas, Juan Guaidó, hat sich mit seiner Familie präsentiert. Quelle: AP
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Caracas

Inmitten des Machtkampfs zwischen Präsident Nicolás Maduro und dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó in Venezuela haben sich Polizisten nach Angaben des Oppositionsführers seinem Haus genähert. Die Beamten hätten beim Pförtner nach seiner Frau gefragt. „Sie werden es nicht schaffen, meine Familie einzuschüchtern“, sagte Guaidó daraufhin. „Vor der Familie muss man Respekt haben.“ Er zeigte sich gemeinsam mit seiner Ehefrau Fabiana Rosales und seiner kleinen Tochter vor seinem Haus in der Hauptstadt Caracas.

Polizeichef Carlos Alfredo Pérez Ampueda wies die Darstellung von Guaidó allerdings zurück. Es sei falsch, dass Beamte nach der Familie des Abgeordneten gesucht hätten, teilte die Polizei auf Twitter mit.

Sicherheitsbehörden vermuten Komplott

Derweil haben die Sicherheitsbehörden nach eigener Darstellung eine mutmaßliche Verschwörung gegen die Regierung aufgedeckt. „Von ultrarechten Kreisen engagierte Auftragskiller sollten politische Führer und Soldaten ermorden, um Chaos im Land zu stiften“, sagte Innenminister Néstor Reverol. Mehrere Verdächtige seien festgenommen worden, darunter ein Deserteur der venezolanischen Streitkräfte und zwei ehemalige Offiziere.

Maduro wirft den USA und dem Nachbarland Kolumbien immer wieder vor, ein Komplott gegen seine sozialische Regierung zu schmieden und Söldner nach Venezuela zu schleusen. Im vergangenen Jahr war ein mutmaßliches Attentat auf Maduro gescheitert.

EU will Demokratie in Venezuela stärken

Die EU-Staaten gründen zudem eine Kontaktgruppe, die Bemühungen um demokratische Wahlen in Venezuela unterstützen soll. Das erklärte die EU-Außenbeauftrtagte, Federica Mogherini, bei einem informellen Treffen der EU-Außenminister. „Wir brauchen Kanäle, in denen politische Prozesse wachsen können“, sagte Mogherini zur geplanten Rolle der Kontaktgruppe. „Es ist völlig klar, dass es in Venezuela eine demokratische Bewegung gibt.“

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Die Kontaktgruppe solle vorerst ein Mandat von 90 Tagen haben und von der EU koordiniert werden. Von EU-Seite sollen Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Spanien, Portugal, Schweden und die Niederlande darin vertreten sein. Von lateinamerikanischer Seite gebe es bereits Zusagen für die Teilnahme von Ecuador, Costa Rica, Urugyuay und Bolivien. Das erste Treffen auf Ministerebene sei für kommende Woche in Südamerika geplant.

Deutschland stellt Maduro Ultimatum

Deutschland und mehrere andere europäische Staaten hatten dem amtierenden Präsidenten Nicolás Maduro am vergangenen Wochenende ein Ultimatum gestellt. Falls Maduro bis zu diesem Sonntag keine freien und fairen Neuwahlen ausruft, wollen sie den Oppositionsführer Juan Guaidó, der sich selbst zum Interimsstaatschef erklärt hat, anerkennen.

Vor einer Woche hatte sich der Parlamentschef Juan Guaidó selbst zum Interimspräsidenten erklärt und Maduro damit offen herausgefordert. Die Kontrahenten werben um die Unterstützung des mächtigen Militärs. Bislang halten die Generäle noch zu Maduro, doch in den unteren Rängen soll es Medienberichten zufolge viel Unzufriedenheit geben. Zuletzt kam es mehrfach zu kleineren Aufständen, die allerdings schnell niedergeschlagen wurden.

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Von RND/dpa/lf

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