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Politik Vernichtendes Presseecho zu Zypernbeschluss
Nachrichten Politik Vernichtendes Presseecho zu Zypernbeschluss
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23:46 18.03.2013
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Berlin

ht viel wert ist. (...) Diese Einsicht dürfte übrigens selbst für die Sicherung von Bankeinlagen in der Schweiz gelten.“

- „De Telegraaf“ (Niederlande): „Nun wurden plötzlich die Regeln verändert. Denn innerhalb der EU war abgesprochen, Spareinlagen bis 100 000 Euro zu schützen. (...) Das ist eine schwere Form von Irreführung, die man auch Betrug nennen könnte. Außerdem wurde hiermit ein gefährlicher Präzedenzfall für künftige Rettungsaktionen in anderen schwachen Ländern geschaffen.“

- „Sega“ (Bulgarien): „Betroffen sind nicht nur die Zyprer, sondern alle Menschen und Anleger in der Eurozone, potenziell jeder Mensch auf dem Planeten. (...) Dieser Raub am hellichten Tag gilt als ein Signal für die ganze Welt. Bei Staatspleiten werden nun nicht mehr die Gläubiger die Rechnung bezahlen, sondern die Geldanleger.“

Gazeta Wyborcza“ (Polen): „Mit einem Zusammenbruch Zyperns kann sich Europa abfinden. Daher sind die Bedingungen, die dieser kleinen Insel diktiert werden, härter als im Falle Griechenlands, Spaniens, Portugals und Irlands.“

Rossijskaja Gaseta“ (Russland): „Die Entscheidung ist natürlich ein Zeichen des Misstrauens in das gesamte EU-Finanzsystem. Niemand kann garantieren, dass nicht schon morgen dasselbe in jedem beliebigen Problemland wiederholt wird, und davon gibt es in der Eurozone genügend. Welchen Sinn macht es, Geld anzulegen, wenn dann zehn Prozent der Einlagen weggenommen werden können, um fremde Probleme zu lösen?“

- „Independent“ (Großbritannien): „Wenn sich Sparer fragen, ob ihre Bankeinlagen in Staaten der Eurozone sicher sind, die Hilfe aus dem Rettungsfonds benötigen, könnte es einen Run in Griechenland, in Italien und Spanien geben. Die EU wird behaupten, Zypern sei ein Sonderfall. Doch wenn der Preis dafür ein erschüttertes Vertrauen der Sparer in das Bankensystem der Mittelmeerstaaten ist, dann war es das nicht wert.“

- „El Mundo“ (Spanien): „Die Entscheidung der Europäischen Union, auf Zypern einen Teil der Bankguthaben zu konfiszieren, hat in der Bevölkerung der Mittelmeerinsel einen Sturm der Entrüstung und ein politisches Chaos ausgelöst. Der Präsident des Landes sprach gar von Erpressung.“

dpa

Europa geht einen neuen Weg - und begibt sich auf dünnes Eis: In Zypern sollen erstmals Sparer die Sanierung ihrer klammen Banken mittragen. Das schürt Ängste in ganz Europa.

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Kremlchef Wladimir Putin hat die geplante Zwangsabgabe auf Bankeinlagen in Zypern als „ungerecht, unprofessionell und gefährlich“ kritisiert.Der russische Präsident habe diese EU-Pläne für eine Rettung Zyperns bei einer Sitzung mit Wirtschaftsexperten beanstandet, teilte der Kreml mit.

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Zypern erhält Hilfe aus dem Euro-Krisenfonds, um eine drohende Staatspleite abzuwenden. Das Geld soll vor allem in die Sanierung des maroden Finanzsektors fließen, der durch Geschäfte in Griechenland ins Wanken geraten ist.

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