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Politik Versorgung mit Krankengymnastik oder Ergotherapie hängt vom Wohnort ab
Nachrichten Politik Versorgung mit Krankengymnastik oder Ergotherapie hängt vom Wohnort ab
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08:15 10.08.2019
Ob man ein Rezept für eine Physiotherapie bekommt, hängt auch vom Wohnort ab. Quelle: iStock
Berlin

In Deutschland hängt es auch vom Wohnort ab, in welchem Umfang gesetzlich Versicherte Heilbehandlungen wie Krankengymnastik, Ergotherapie oder Logopädie in Anspruch nehmen können. Das ergibt sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Danach gibt es bei der Zahl der verordneten Behandlungen zwischen den Bundesländern enorme Unterschiede, für die die Regierung allerdings keine Erklärung hat. So wird beispielsweise die häufigste physiotherapeutische Leistung, die Krankengymnastik, in Brandenburg pro Versichertem nur halb so häufig verordnet wie in Rheinland-Pfalz. Bei der sogenannten Manuellen Therapie erhalten Versicherte im Saarland sogar 25 mal weniger Behandlungen als Patienten im Sachsen.

Im Bereich der Ergotherapie kommen auf drei Hausbesuche in Sachsen nur ein einziger in Hessen. Motorische Störungen werden in Bremen fast viermal seltener therapiert als in Thüringen. Die manuelle Lymphdrainage wird in Bremen nur halb so häufig wie im Saarland erbracht wird. In der Podologie ist ebenfalls Bremen Schlusslicht. Die Podologische Komplexbehandlung gibt es in Sachsen fast fünfmal so häufig wie an der Weser, einen Hausbesuch eines Podologen erhält man im Freistaat fast 13 mal so häufig. Alle Zahlen sind pro Versichertem berechnet.

Kessler: “Unterversorgung ausschließen”

Der Linken-Gesundheitspolitiker Achim Kessler sprach von großen Missständen. „Niemand kann erklären, warum eine gebräuchliche Behandlung in einem Bundesland mehr als 25 mal seltener verschrieben wird als in einem anderen“, sagte er RND. „Mit den Patientinnen und Patienten und ihrem Behandlungsbedarf hat das alles wenig zu tun“, fügte er hinzu. Es reiche nicht aus, wenn die Bundesregierung zur Begründung auf die Therapiefreiheit der verordnenden Ärzte sowie auf die unterschiedliche Dichte von Heilmittelerbringenden verweise. „Die Bundesregierung bleibt jede Antwort schuldig, wie sie eine mögliche Unterversorgung ausschließen will“, beklagte er. „Ich fordere Minister Spahn auf, umgehend eine Forschungsstudie über den tatsächlichen Versorgungsbedarf auszuschreiben und darüber, welche Optionen es gibt, eine angemessene Versorgung vom Wohnort unabhängig zu machen“, sagte er. Verantwortungsvolle Politik habe die Pflicht, bei Missständen einzugreifen, so der Linken-Gesundheitspolitiker.

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