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Politik Warum Funklöcher nicht romantisch sind
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22:12 30.12.2018
Im Funkloch ins Internet? Die Mobilfunk-Abdeckung ist in Deutschland schlechter als in anderen europäischen Ländern. Quelle: Silas Stein/dpa
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Berlin

Natürlich lässt sich einem Funkloch auch etwas Positives abgewinnen: Mal nicht erreichbar sein, endlich raus aus dem digitalen Dauerstress, wieder mit anderen reden, statt auf einen Bildschirm zu starren. Es ist eine sehr romantische Sichtweise und zudem eine eines nur kurzzeitigen Funklochbewohners.

Wer sich tagtäglich aus dem Fenster hängen muss, um einen kleinen Erreichbarkeitsbalken auf dem Handy zu sichten oder mit dem Computer eine halbe Stunde braucht, um eine Internet-Seite zu laden, kann mit Schwärmereien von digitaler Enthaltsamkeit nur wenig anfangen.

Überlebenswichtig für Unternehmen

Es lässt sich bedauern, aber dadurch wird es nicht weniger wahr: Das Internet gehört zum Alltag. Online-Banking, Absprachen per Textnachrichten oder Email sind keine Luxusabenteuer oder Privatvergnügen. Es ist die Möglichkeit, Anschluss zu halten an die Welt, sich nicht abgehängt zu fühlen. Es ist überlebenswichtig für Unternehmen.

Das Schließen von Funklöchern ist deshalb eine der wichtigsten Aufgaben der Koalition. Dass die im Koalitionsvertrag nur nebenbei als kurzes Stichwort steht, mag damit zu tun haben, dass es noch an Ideen fürs Flicken mangelte. Schließlich haben die Mobilfunkunternehmen, die die hohen Kosten scheuen, die Regierung schon bisher ziemlich auflaufen lassen.

Andere Themen waren wichtiger

Die CSU ist nun offensichtlich an der Wirtschaft verzweifelt und will den Staat einschalten. Das ist ein bisschen amüsant, weil sie sonst gerne mal anderen Parteien Planwirtschaft vorwirft und außerdem selbst seit Langem das zuständige Bundesministerium besetzt, sich in den letzten Jahren aber vor allem an der Pkw-Maut und der Flüchtlingspolitik abgearbeitet hat.

Ob allerdings eine Staatsagentur, die noch nicht einmal gegründet ist, Funkmasten schneller baut als ein Unternehmen, ist fraglich. Richtig ist allerdings ein Gedanke, der damit verbunden ist: Der Anschluss ans Internet gehört zur Daseinsfürsorge. Und der Staat muss sich dafür zuständig fühlen. Und zwar nachdrücklich.

Von Daniela Vates/RND

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