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Nachrichten Politik Was weiß Trump über Khashoggis Tötung? – kein „endgültiger Schluss“
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10:23 18.11.2018
Während seines Flugs ins kalifornische Brandkatastrophengebiet soll US-Präsident Trump mit mit CIA-Direktorin Gina Haspel und Außenminister Mike Pompeo telefoniert haben. Quelle: Jacquelyn Martin/AP/dpa
Washington

Die US-Regierung hat am Samstag Berichte zurückgewiesen, wonach sie im Fall des getöteten saudischen Journalisten Jamal Khashoggi zu einer endgültigen Feststellung gekommen sei. US-Präsident Donald Trump sprach am Samstag mit CIA-Direktorin Gina Haspel und Außenminister Mike Pompeo über deren Einschätzung zum dem Fall. Aus Regierungskreisen war zuvor verlautet, nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste habe der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman die Tötung Khashoggis angeordnet. Die saudische Regierung wies dies als falsch zurück.

Nach Angaben seiner Sprecherin Sarah Huckabee Sanders telefonierte Trump während seines Flugs ins kalifornische Brandkatastrophengebiet mit Haspel und Pompeo. Nähere Einzelheiten nannte sie nicht. Der Präsident habe Vertrauen in die CIA, sagte sie lediglich.

Das Außenministerium veröffentlichte anschließend eine Erklärung, wonach „jüngste Berichte, dass die US-Regierung einen endgültigen Schluss gezogen hat“, falsch seien. Es gebe noch viele unbeantwortete Fragen, erklärte Außenamtssprecherin Heather Nauert. Die Regierung sei entschlossen, alle Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Mit diesem Ziel werde sie sich mit dem Kongress und anderen Staaten beraten. In der Erklärung wurde auf „die wichtige strategische Beziehung“ zwischen beiden Staaten verwiesen.

Lesen Sie hier: Hinweise auf die Verwicklung des saudischen Kronprinzen im Fall Khashoggi

Trump: Saudi-Arabien ist „wahrhaft spektakulärer Verbündeter“

Vor seinem Abflug sagte Trump mit Blick auf den Kronprinzen, aktuell „wurde uns gesagt, dass er keine Rolle gespielt hat. Wir werden herausfinden müssen, was sie sagen.“ Saudi-Arabien sei ein „wahrhaft spektakulärer Verbündeter, was Arbeitsplätze und wirtschaftliche Entwicklung angeht“, betonte er. Um zu entscheiden, welche Maßnahmen gegen das Königreich ergriffen werden müssen, „muss ich viele Dinge in Betracht ziehen“, sagte Trump.

Die US-Regierung hat in dieser Woche Sanktionen gegen 17 Vertreter Saudi-Arabiens wegen ihrer mutmaßlichen Rolle bei der Tötung Kashoggis verhängt. Im Kongress gibt es aber Stimmen, die weitere Strafmaßnahmen verlangen, darunter eine Einschränkung der Waffenverkäufe an das Königreich.

Khashoggi verschwand Anfang Oktober während eines Besuchs im saudischen Konsulat in Istanbul. Die türkischen und saudischen Behörden haben erklärt, er sei im Konsulat von einer Todesschwadron aus Saudi-Arabien getötet worden. Was mit seiner Leiche geschah, ist weiterhin unklar.

Berichte über mutmaßliche Erkenntnisse der CIA

Die „Washington Post“ hatte zuerst über die mutmaßlichen Erkenntnisse der CIA berichtet. Demnach fingen die Geheimdienstler ein Telefonat Khashoggis mit dem Bruder des Kronprinzen und aktuellen Botschafter in den USA, Chalid bin Salman, ab. Dieser sagte Khashoggi darin offenbar, es sei sicher, in das saudische Konsulat in Istanbul zu gehen. Laut „Washington Post“ ist zwar unklar, ob der Botschafter wusste, dass Khashoggi dort getötet werden sollte. Den Anruf habe er aber auf Anweisung des Kronprinzen gemacht.

Der Bericht wurde von der saudischen Botschaft in Washington als falsch zurückgewiesen. Eine Sprecherin teilte der Nachrichtenagentur AP mit, Chalid habe Khashoggi nur einmal persönlich im September 2017 getroffen. Danach hätten die beiden in Textnachrichten kommuniziert. Die letzte Nachricht des Botschafters an Khashoggi sei am 26. Oktober 2017 geschickt worden. „Botschafter Prinz Chalid bin Salman hat niemals Telefongespräche mit ihm gehabt.“ Am Freitag twitterte auch der Botschafter selbst, zuletzt am 26. Oktober 2017 Kontakt zu Khashoggi gehabt zu haben.

Von RND/AP

Das Drama um die Tötung des Journalisten Khashoggi geht in die nächste Runde – die CIA soll den saudischen Kronprinzen dafür verantwortlich machen. Die US-Regierung hält sich aber noch zurück.

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