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Politik Konservative Lesben und Schwule fordern Entschuldigung der CDU-Chefin
Nachrichten Politik Konservative Lesben und Schwule fordern Entschuldigung der CDU-Chefin
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13:06 04.03.2019
Die Bundesvorsitzende der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, steht vor dem Narrengericht und verzieht das Gesicht. Quelle: Patrick Seeger/dpa
Berlin

Der Bundesverband der Lesben und Schwule in der Union fordert von der CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer eine Entschuldigung für ihren Karnevalswitz über Toiletten für intersexuelle Menschen. Dem SWR sagte der Vorsitzende Alexander Vogt am Montag: „Natürlich ist eine Entschuldigung fällig. Das erwarten wir.“ Auch im Karneval gebe es Grenzen.

Auch, wenn der Witz von Kramp-Karrenbauer keine böse Absicht gewesen sei, mache das die Sache nicht besser. Weiter sagte Vogt: „Wenn das unüberlegt passiert, ist es ja auch ein Zeichen dafür, wie es landläufig verbreitet ist, dieses Denken.“ Er erwarte ein klärendes Gespräch mit der CDU-Chefin.

Kramp-Karrenbauer hatte am Donnerstag mit einer Karnevalsrede im baden-württembergischen Stockach für Empörung gesorgt. Zu der Einführung von Toiletten für das dritte Geschlecht, sagte Kramp-Karrenbauer: „Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen. Dafür, dazwischen, ist die Toilette.“

Weiter sagte Vogt zu den Äußerungen: „Political Correctness hin oder her, manche finden das ja übertrieben. Aber solche Grenzen müssen klar sein. Man macht ja auch über andere Minderheiten keine Witze mehr.“ Dem Focussagte er, in der Position der Parteivorsitzenden der CDU sollte man bei solchen Themen sensibler agieren.

Der grüne Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann forderte in einem offenen Brief, den er nach eigenen Angaben an die CDU-Chefin geschrieben hat, eine Entschuldigung. Ihre Äußerungen zeugten von Unkenntnis in der Sache, seien diskriminierend und verächtlich machend.

Auch SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil kritisierte den Witz scharf. Solche Äußerungen seien auch an Karneval „absolut respektlos“, sagte Klingbeil den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe. Kramp-Karrenbauer zeige damit, welcher „erzkonservative Wind“ jetzt wieder in der Union wehe.

„Wieder so ein Tag zum Fremdschämen“

Auch aus den Reihen der Linken und FDP gab es Kritik. Klaus Lederer, linker Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa in Berlin kommentierte, der Auftritt sei ein „Trauerspiel“. Kramp-Karrenbauer fände es lustig, auf Stammtischniveau Menschen zu denunzieren, die nicht der geltenden Machonorm entsprächen.

Der Bundestagsabgeordnete der FDP, Jens Brandenburg, schrieb: „Wieder so ein Tag zum Fremdschämen. Ist es so schwierig, eine humorvolle Narrenrede zu halten, ohne platt auf Minderheiten einzudreschen? Sie muss ihre blanke Ahnungslosigkeit ja nicht ganz so zur Schau stellen.“ Annegret Kramp-Karrenbauer äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen.

Von RND/dpa/ngo

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