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Politik Zehntausende Asylbewerber freiwillig in Heimat zurückgekehrt
Nachrichten Politik Zehntausende Asylbewerber freiwillig in Heimat zurückgekehrt
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09:59 28.12.2016
Im vergangenen Jahr haben Zehntausende Flüchtlinge Deutschland freiwillig verlassen. Quelle: Julian Stratenschulte/symbol
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Berlin

Geschätzt 55 000 Migranten haben Deutschland im vergangenen Jahr einem Medienbericht zufolge freiwillig verlassen und sind in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt - so viele wie seit 16 Jahren nicht.

Ein Großteil stammt demnach aus Ländern des Westbalkans und hätte nur geringe Chancen auf ein dauerhaftes Bleiberecht gehabt: Mit etwa 15 000 Rückkehrern bis November seien Albaner die weitaus größte Gruppe, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ unter Verweis auf interne Schätzungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Dahinter folgten mit jeweils gut 5000 ausgereisten Migranten Serbien, Irak und Kosovo. Die Menschen hätten Geld vom Staat erhalten und dürften in vielen Fällen ihrer Abschiebung zuvorgekommen sein.

Die Anzahl der Abschiebungen liegt dem Bericht zufolge mit geschätzt 25 000 in diesem Jahr nicht einmal halb so hoch wie die der freiwilligen Rückreisen. Die mit Geld vom Staat unterstützen Ausreisen würden den Betroffenen die Belastungen erzwungener Abschiebungen und mehrjährige Einreisesperren ersparen, während die Behörden Kosten sparen.

An den deutschen Außengrenzen hat die Polizei in diesem Jahr etwa 20 000 Flüchtlingen die Einreise verweigert. Damit habe sich die Zahl der Zurückweisungen an den Landesgrenzen, Flughäfen und Seehäfen im Vergleich zum Vorjahr weit mehr als verdoppelt, schreibt die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf Zahlen der Bundespolizei.

Von Januar bis Ende November durften demnach 19 720 Menschen nicht nach Deutschland einreisen. Die Dezember-Zahlen stehen noch aus. 2015 wurde noch 8913 Migranten die Einreise verweigert. Im September vergangenen Jahres hatte die Bundesregierung auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise die Grenzkontrollen wieder eingeführt. In der Tendenz sind die Zurückweisungen dem Bericht zufolge aber stark rückläufig - so wie auch die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge.

Das hänge auch damit zusammen, dass die Bundespolizei seit Jahresmitte Kontrollen nur noch an der Grenze zu Österreich durchführt. Von Januar bis November seien hier 15 019 Menschen und damit 76 Prozent aller Flüchtlinge abgewiesen worden.

Die größte Gruppe der Abgewiesenen sind nach dem Bericht afghanische Staatsbürger (3695). Es folgen 2142 Syrer, 1794 Iraker und 1237 Nigerianer.

dpa

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