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Nachrichten Politik Tote und Verletzte nach Selbstmordanschlägen in Tunis
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17:04 27.06.2019
Polizeiabsperrung nach einem Selbstmordanschlag in der Tunesischen Hauptstadt Tunis. Quelle: Khaled Nasraoui/dpa
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Tunis

Im Stadtzentrum der tunesischen Hauptstadt Tunis sind bei zwei kurz aufeinander folgenden Explosionen mindestens zwei Menschen getötet und neun weitere verletzt worden. Ein Polizist starb im Krankenhaus an seinen Verletzungen, nachdem sich ein Selbstmordattentäter nahe der französischen Botschaft und der historischen Altstadt in die Luft gesprengt hatte, teilte das Innenministerium in Tunis am Donnerstag mit.

Kurz darauf gab es auch eine Explosion vor einer Polizeistation im Stadtzentrum.

Bei zwei Selbstmordanschlägen in der tunesischen Hauptstadt Tunis sind mehrere Menschen getötet worden. Viele wurden verletzt.

Die Angriffe galten offenbar gezielt Sicherheitskräften. Wie das Innenministerium mitteilte, sprengte sich der erste Attentäter direkt neben einem Polizeiwagen in die Luft, der an einer Ecke der zentralen Prachtstraße, der Avenue Habib Bourguiba, von Tunis geparkt war. Fotos vom Anschlagsort zeigten einen demolierten Wagen und Leichenteile des mutmaßlichen Angreifers. Der Innenstadtbereich wurde weiträumig abgesperrt.

Angriff auf Anti-Terror-Einheit

Kurz darauf gab es eine weitere Explosion im Stadtteil Al-Gorjani an einer Polizeistation. Hier ist eine spezielle Anti-Terror-Einheit der tunesischen Sicherheitskräfte untergebracht. Nach offiziellen Angaben wurden dabei vier Polizisten verletzt. Das Auswärtige Amt in Berlin rief dazu auf, die Gegend vorläufig zu meiden. Es werde ein terroristischer Hintergrund vermutet, teilte das Krisenreaktionszentrum des Außenamtes mit.

Bereits in der Nacht zum Donnerstag hatte es auch im Süden von Tunesien einen weiteren Zwischenfall gegeben. Mehrere „Terroristen“ griffen nach Angaben des Verteidigungsministeriums gegen 3:30 Uhr tunesische Soldaten an, die an einer Funkstation stationiert waren. Es habe einen Schusswechsel gegeben, bei dem niemand verletzt worden sei.

Zunächst übernahm keine Gruppe die Verantwortung für die Anschläge. Viele Tunesier hatten sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien, dem Irak und Libyen angeschlossen. Im Grenzgebiet zu Libyen und zu Algerien kam es immer wieder zu Angriffen auf Sicherheitskräfte. Auch der Attentäter auf den Berliner Weihnachtsmarkt, Anis Amri, stammte aus einem kleinen Dorf in Tunesien.

Hat Tunesien ein Sicherheitsproblem?

Erst im vergangenen Oktober hatte sich ebenfalls auf der zentralen Prachtstraße Bourguiba eine Attentäterin nahe einem Polizeiauto in die Luft gesprengt und mehr als 20 Menschen verletzt.

Nach schweren Anschlägen im Jahr 2015 hatte sich die Sicherheitslage in dem bei Touristen beliebten Land wieder verbessert. Im vergangenen Jahr kamen auch wieder mehr Reisende in das nordafrikanische Land. Europäische Länder lockerten ihre Reisehinweise. In diesem Jahr finden in Tunesien Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt.

Lesen Sie weiter: Rizin-Bombenbau: Angeklagter bereits in Tunesien unter Terrorverdacht

Von RND/dpa

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