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Aktuelle Beiträge 29-Jähriger droht: „Ich werde alle töten“
Nachrichten Polizei-Report Aktuelle Beiträge 29-Jähriger droht: „Ich werde alle töten“
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17:13 22.02.2018
Ein 29-jähriger Mann aus Wismar hat am Mittwoch die Mitarbeiter des Jugendamtes in der Kreisverwaltung in Wismar bedroht. Jetzt sitzt er in Untersuchungshaft. Quelle: Kerstin Schröder
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Wismar

13 Mitarbeiter des Jugendamtes in Wismar leiden unter Atembeschwerden, Reizhusten und tränenden Augen. Es sind die Folgen eines Übergriffs durch einen 29-jährigen Mann aus Wismar, der darin gipfelte, dass er drohte „alle zu töten“.Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der Mann das Jugendamt des Landkreises Nordwestmecklenburg am Mittwochvormittag aufgesucht. Er soll eine Mitarbeiterin zunächst beleidigt und dann bedroht haben. Wie Oberstaatsanwältin Claudia Lange mitteilt, wusste sich die Mitarbeiterin nicht anders zu helfen, als auf den Flur zu fliehen. Dort traf sie auf Kollegen, die wegen des Lärms, den der junge Mann verursachte, ihre Zimmer ebenfalls verlassen hatten.

Pfefferspray und Faustschlag

Ein Kollege der betroffenen Mitarbeiterin versuchte, den jungen Mann zu beruhigen. Das misslang. Statt sich zu mäßigen oder sich gar zurückzuziehen habe der 29-Jährige Pfefferspray aus seiner Hosentasche gezogen und dem Verwaltungsmitarbeiter ins Gesicht gesprüht. Anschließend soll der Tatverdächtige dem Mitarbeiter noch einen Faustschlag gegen den Kopf versetzt haben, heißt es in der Pressemitteilung der Schweriner Staatsanwaltschaft.

Täter war geflüchtet

„Gegen 9 Uhr ging bei uns die Meldung vom Jugendamt ein“, sagt Dr. Andreas Walus, Leiter der Polizeiinspektion Wismar. Da das Jugendamt direkter Nachbar der Polizeiinspektion ist, hatten die Beamten einen sehr kurzen Weg und waren entsprechend schnell am Einsatzort. Dort trafen sie allerdings nur noch die verletzten und geschockten Mitarbeiter der Kreisverwaltung. Der Täter hatte sich aus dem Staub gemacht. Allerdings bekam die Polizei seine Personalien und fahndete im Stadtbereich nach dem 29-Jährigen. Kurze Zeit später wurde der Tatverdächtige in seiner Wohnung festgenommen. „Das war schon ein sehr schwerer Vorfall“, wertet Andreas Walus den Übergriff auf die Mitarbeiter des Jugendamtes. Immer wenn es um Angriffe auf Mitarbeiter der Verwaltung oder Polizei gehe, werde nicht lange gefackelt, versicherte Wismars Leiter der Polizei.

Von dem Vorfall geschockt

Landrätin Kerstin Weiss (SPD) hat der Vorfall zutiefst betroffen. „Wir sind froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist“, sagt sie. Den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünscht sie, „dass sie sich von diesem Vorfall schnell erholen können“. Dabei sichert sie ihnen die „vollumfängliche notwendige Unterstützung“ zu. Kerstin Weiss erklärt außerdem, „dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von uns nach den besten Möglichkeiten geschützt werden“. Zudem würden sie für alle möglichen Vorfälle sensibilisiert und darauf vorbereitet. Die Landrätin ist erleichtert: „Ein Fall, wie der am Mittwoch im Jugendamt, gehört glücklicherweise zu den Ausnahmen.“Über die Motive des Tatverdächtigen wurde bis jetzt offiziell nichts bekannt. Nach Informationen der OSTSEE-ZEITUNG soll es sich aber um einen Sorgerechtsstreit gehandelt haben.

In Untersuchungshaft

Wegen des Verdachts der Beleidigung, der Bedrohung und der gefährlichen Körperverletzung hatte die Staatsanwaltschaft unverzüglich den Erlass eines Haftbefehls beantragt. Am Donnerstag war Termin beim Haftrichter. „Er ist unserem Antrag gefolgt, hat Haftbefehl erlassen und Untersuchungshaft angeordnet“, erklärt Oberstaatsanwältin Claudia Lange. Sie weist aber auch darauf hin, dass bis zu einem Gerichturteil die Unschuldsvermutung gilt. Bei gefährlicher Körperverletzung droht eine Haftstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

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