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00:00 17.12.2016
Die Polizeianwärter Benjamin Scheel und Elisa Werner kontrollieren die Reifen eines Autos. FOTOS (2): MANUELA WILK
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Wismar

Die Autobahn 20 bei Wismar. Es ist 16 Uhr und aus der Ferne sind die Warnblinker der vorausfahrenden Pkw zu sehen. Ab der Anschlussstelle Zurow geht nichts mehr: Stau bis zum Rastplatz Selliner See. Dort warten die Beamten der Polizeiinspektion Wismar, der Autobahnpolizei sowie 80 Polizeianwärter auf die ahnungslosen Autofahrer. „Einmal im Jahr gibt es diese groß angelegte Kontrolle“, sagt Nancy Schönenberg, Sprecherin der Polizeiinspektion Wismar. Die etwa 100 Polizisten halten Ausschau nach Fahrern, die unter Alkohol- , Drogen- oder Medikamenteneinfluss stehen könnten. Mehr als 800 Fahrzeuge werden auf dem Rastplatz und zwischen Neukloster und Perniek bis 21 Uhr untersucht.

Polizei nimmt bei einer groß angelegten Aktion mehr als 800 Autos und Fahrer unter die Lupe

„Guten Abend. Mein Name ist Werner. Das ist eine allgemeine Polizeikontrolle. Könnte ich bitte Ihren Führerschein und die Fahrzeugpapiere sehen?“ So leitet Elisa Werner das Gespräch mit den Autofahrern ein. „Wenn wir unseren Namen nennen, sind viele gleich etwas aufgeschlossener“, sagt die Poelerin. Die 21-Jährige gehört zu den Polizeianwärtern. Sie studiert an der Hochschule für Verwaltung, Polizei und Rechtskontrolle in Güstrow. „Bis auf ein paar kleine Verstöße haben wir noch nichts gefunden“, sagt sie und richtet die Taschenlampe auf den Wagen vor sich. Mal hat einer kein Warndreieck dabei. Bei einem anderen ist das Verfallsdatum des Verbandskastens überschritten. Dafür gibt es eine Rüge und einen Mängelschein. „Früher musste man für einen abgelaufenen Verbandskasten noch fünf Euro bezahlen“, sagt Frank Schröder von der Autobahnpolizei Metelsdorf.

Er sieht sich mit Kollege Ralf Schulz gerade das Auto von Igor Aust an. Er ist auf dem Weg nach Rostock. „Für mich ist die Kontrolle kein Problem“, sagt der aus Parchim kommende Mann. Auch die Wartezeit nehme er gern in Kauf, wenn dadurch der Straßenverkehr sicherer werde.

„Man erkennt oftmals an den Augen, ob jemand Drogen genommen hat“, sagt Frank Schröder und leuchtet seinem Gegenüber ins Gesicht. Bei Igor Aust ist alles in Ordnung. Jetzt muss noch der Wagen dem strengen Blick standhalten. Neben Fern- und Bremslicht sowie Blinker werden die Reifen überprüft. „Ihr TÜV ist abgelaufen, wissen Sie das?“ Zum Glück für den jungen Mann ist er weniger als vier Monate überfällig. „Das bedeutet ein Verwarngeld von 15 Euro. Sie haben sieben Tage Zeit, die Untersuchung nachzuholen“, erklärt er. Dann darf Igor Aust weiterfahren.

Glauben die Beamten, dass jemand Drogen genommen hat, bringt ein Schnelltest Klarheit. In diesen Fällen könnten auch Drogen im Auto sein. Dann kommen Ralf Schulz und sein vierbeiniger Partner zum Einsatz. „Auf freiwilliger Basis kann das Auto mit einem Hund durchsucht werden“, erklärt der Wismarer Polizist. Sollte sich ein Autofahrer weigern, kann der Pkw mit einem richterlichen Beschluss trotzdem untersucht werden. Dafür genügt beim begründeteten Verdacht ein Anruf.

Sechs Stunden waren die Beamten im Einsatz. Die Bilanz vom Donnerstag: 50 Verwarn- und Bußgelder wurden verteilt. Vier Autofahrer konnten positiv auf Drogen getestet werden. Weitere vier Autofahrer sind ohne Führerschein unterwegs gewesen. Außerdem leitete die Polizei fünf Verfahren ein mit dem Verdacht: Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Manuela Wilk

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