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Aktuelle Beiträge Deutlich weniger Diebstähle 2017
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00:18 13.04.2018
Lieber ein Fahrradschloss mehr: Die Lehramtsstudentinnen Sarah (l.), Alice und Isabel (r.) sichern ihre Räder gut. Quelle: Foto: Peter Binder (archiv)
Greifswald

Die Kriminalität in Vorpommern-Greifswald ist nach Angaben der Polizei im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Der Veröffentlichung erster Zahlen aus der Kriminalitätsstatistik – das vollständige Zahlenwerk kommt in etwa zwei Wochen – zufolge, wurden 2017 im Landkreis 15107 Straftaten registriert. Der Rückgang zu 2016 beträgt 7,7 Prozent oder 1262 Straftaten. „Damit setzt sich der Trend zum Beispiel mit Blick auf 2013, als noch 18003 Fälle registriert wurden, weiter fort“, teilt die Pressestelle der Polizeiinspektion Anklam mit.

Gute Nachrichten: Die Zahl der Straftaten ist rückläufig, die Aufklärung wird besser. Ein Problem aber bleibt – vor allem in Greifswald.

Mehr Aufklärung

Auf Usedom gab es von wenigen Jahren ein großes Problem mit Wohnungseinbrüchen. 2014 wurde fast an jedem zweiten Tag einer angezeigt. Die Situation hat sich deutlich verbessert, die Zahl der Einbrüche hat sich auf 75 nahezu halbiert. Die Aufklärungsquote ist leicht angestiegen und liegt nun bei 41,8 Prozent.

„Die Aufklärungsquote stieg von 54,7 auf 55,2 Prozent. Insgesamt wurden 8345 Fälle (2016: 8959) aufgeklärt.“

Die Zahl der Diebstähle lag bei 5802 Taten – 897 Fälle weniger als im Vorjahr. Ein Problem bleibt nach wie vor der Diebstahl von Fahrrädern, vor allem in Greifswald. Nirgendwo sonst zwischen der Insel Riems und Penkun verschwinden so viele Zweiräder, wie in der Kreisstadt. 808 Anzeigen wurden hier aufgenommen, auf der Insel Usedom waren es 418. Statistisch gesehen werden pro Tag mehr als vier Fahrräder im Landkreis gestohlen. Im Vorjahr wurden im Inspektionsbereich 1490 entsprechende Anzeigen aufgenommen. Bei einem Durchschnittswert von 450 Euro pro Rad, wäre so ein Schaden von mehr als einer halben Million Euro entstanden. Die Anzahl der Fahrzeugdiebstähle ging von 225 im Jahr 2016 auf 137 Fälle im Jahr 2017 zurück – 35,7 Prozent weniger.

Als Gründe für den Rückgang nennt die Polizei mehrere Maßnahmen. So hätten beispielsweise die Einsätze der gemeinsamen Diensteinheit aus Landes- und Bundespolizei sowie des Zolls offenbar Früchte getragen. 147 Einsätze stehen in der Statistik. Im Jahr davor waren es nur 65. Schwerpunkte der gemeinsamen Diensteinheit sind Fahndungskontrollen entlang der deutsch-polnischen Grenze.

Das eigens entwickelte Konzept der „Täterstreife“ führte laut Polizeiangaben zu mehr als 2000 näheren Kontrollen von Häusern und weiteren Objekten, bei denen mit den „Augen des Täters“ 90 begünstigende Einbruchsmöglichkeiten festgestellt wurden. „Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Anklam führte 130 Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor Einbruchsdiebstählen durch und erreichte dabei über 800 Ratsuchende. Außerdem wurden auf Wunsch gezielt Opfer nach Einbrüchen aufgesucht, um über mögliche Maßnahmen zum besseren Schutz zu informieren“, heißt es von Seiten der Beamten.

Doch auch demographische Faktoren spielen sicherlich eine Rolle. Die Zahl der Einwohner sinkt und die Bevölkerung wird zunehmend älter. Einbrecher etwa sind in der Regel eher jüngere Semester. So sind in Vorpommern-Greifswald 2013 noch rund 400 Einbrüche registriert, 2017 waren es hingegen nur noch 196.

Nicht jeder Fall kann restlos aufgeklärt werden. „5885 Tatverdächtige konnten im vergangenen Jahr ermittelt werden. Darunter 4525 Erwachsene und 416 Heranwachsende im Alter zwischen 18 und 21 Jahren sowie 624 Jugendliche“, so Polizeisprecher Axel Falkenberg. Auch 355 Kinder im Alter unter 14 Jahren zählten dazu. Axel Falkenberg weiß auch, um welche Delikte es sich mit Blick auf die Jugendkriminalität handelte: „Die jungen Täter verüben zumeist Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und Diebstähle.“ 2017 waren weniger nichtdeutsche Bürger an Straftaten im Kreis beteiligt. Die Polizei meldete 953 Tatverdächtige, was einem Anteil von 16,19 Prozent an der Gesamtzahl der ermittelten Täter entspricht. 357 von ihnen (6,1Prozent) stammten aus dem benachbarten Polen. Zum Vergleich: 2016 wurden 1046 Verdächtige gestellt – 16,61 Prozent. Der Anteil polnischer Staatsangehöriger lag bei 357 Tatverdächtigen (6,1 Prozent).

Kai Lachmann und Hannes Ewert

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