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Aktuelle Beiträge Dutzende Unfälle durch Glätte
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07:30 10.01.2017
Rettungskräfte an der Autobahn A 19 Berlin - Rostock liegt nach einem Unfall. Quelle: Susan Ebel/dpa
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Rossow/Wolgast/Linstow/Schwerin/Bergen

Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern hat bis Sonntagmorgen mehr als 30 durch Eisregen und Glätte verursachten Unfälle aufgenommen. Im westlichen Teil des Landes ereigneten sich elf Glätteunfälle, wie die Polizei mitteilte. Der Deutsche Wetterdienst hob seine Unwetterwarnung wieder auf. Die Temperaturen seien meist leicht über dem Gefrierpunkt. „Das Schlimmste ist überstanden“, sagte ein Sprecher. Ein kleines Tief, das das Chaos ausgelöst hatte, schwäche sich immer mehr ab, die Gefahr gefrierenden Regens verringere sich damit. Nur dort, wo der Boden noch gefroren sei, werde sich bei leichtem Regen Eis bilden.

Fußgänger stürzen, Fahrradfahrer schieben ihre Räder, Autofahrer bleiben vorsichtshalber zuhause: Blitzeis überraschte den Norden und verwandelt die Straßen und Wege in Rutschbahnen. Mehrere Menschen wurden verletzt – zum Teil schwer.

Verletzte bei Unfällen auf Autobahn 19 und auf Rügen

Auf der Autobahn 19 kam ein Auto zwischen den Anschlussstellen Malchow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) und Linstow (Kreis Rostock) von der Straße ab und durchbrach einen Wildschutzzaun. Dabei wurden eine 36-Jährige und ein elf Jahre altes Kind schwer verletzt. 

Auf der A 20 krachte es bei Friedland (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) und auf der A 24 Suckow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) nahe der Landesgrenze zu Brandenburg

Ein 68-Jähriger verlor am Samstag in Bergen beim Abbiegen die Kontrolle über seinen Wagen und stieß mit einem entgegenkommenden Auto zusammen, wie die Polizei mitteilte. Sowohl der 68-Jährige, als auch die dreiköpfige Familie im anderen Wagen wurden demnach leicht verletzt. Die Strecke war für rund eine Stunde voll gesperrt. Bei einem weiteren Unfall bei Rambin schleuderte am Abend ein 21-Jähriger mit seinem Wagen auf die Gegenspur und überschlug sich dann mehrfach. Er erlitt leichte Verletzungen.

In den meisten Fällen blieb es bei Sachschäden, so bei Rossow nahe Pasewalk (Landkreis Vorpommern-Greifswald). Dort schlitterte das Auto eines 65-Jährigen in einen Graben und überschlug sich, wie die Polizei mitteilte. Der Fahrer blieb unverletzt. 

In Schleswig-Holstein und Hamburg wurden Hunderte Unfälle registriert, darunter viele Stürze von Fußgängern. Die Straßendienste waren mit allen verfügbaren Räum- und Streufahrzeugen im Einsatz. Umgestürzte Bäume behinderten den Zugverkehr und führten zu teilweise mehr als einstündigen Verspätungen.

Veranstaltungen verschoben

Auch der Sport war von den Witterungsbedingungen betroffen. Das für Samstag angesetzte Testspiel des FC St. Pauli gegen den Fußball-Drittligisten VfL Osnabrück wurde auch wegen Eisregens auf Sonntag verschoben.

Wintersportfans haben dagegen Grund zur Freude: „Ski und Rodel gut“ hieß im Harz bei einer 35 Zentimeter hohen Schneedecke.

Glättegefahren auf den Straßen

Frost und Feuchtigkeit können vielerorts die Straßen in Rutschbahnen verwandeln. Gefährliche Wetterphänomene:

Glatteis wird durch Regen oder Sprühregen hervorgerufen, der auf gefrorenen Erdboden trifft und sofort vereist.

Eisglätte entsteht, wenn Schmelzwasser und Pfützen gefrieren. Sie kommt oft überraschend, denn unmittelbar vorher muss kein Niederschlag gefallen sein.

Eisregen ist ein überwiegend aus Eiskörnern bestehender Niederschlag. Auch unterkühlter Regen, der den Boden beim Auftreffen sofort mit einem Eispanzer - dem Blitzeis - überzieht, wird so bezeichnet.

Blitzeis bildet sich, wenn Schneekristalle auf dem Weg zur Erde in wärmeren Luftschichten zu Regen werden und später auf Frostboden fallen. Blitzeis ist kein meteorologischer Fachbegriff.

Schnee und Reif machen Straßen rutschig, wenn sie festgefahren auf dem Asphalt liegen. Geschmolzener Schnee kann auch glatt werden, wenn er auf der Straße wieder anfriert.

OZ/dpa