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Aktuelle Beiträge G 20: Rostocker unter Terror-Verdacht
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00:00 07.07.2017
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Rostock/Hamburg

Wollten Rostocker Linksextremisten beim G-20-Gipfel in Hamburg Polizisten anzünden oder gar töten? Kurz vor dem Start des Treffens der 20

Die Böller, die bei den Durch- suchungen in Rostock gefunden wurden, zerstören sogar Polizei- helme.

„Diese Art der Militanz lässt mich fassungslos zurück.

Ralf Martin Meyer

Polizeipräsident

Hamburg

wichtigsten Wirtschaftsnationen werden neue Details zu den mutmaßlichen Anschlagsplänen Rostocker Autonomer bekannt. Am Wochenende hatte das Landeskriminalamt Hamburg in Rostock zwei Männer (30 und 26 Jahre alt) festgenommen, die unter dem Verdacht stehen, schwerste Gewalttaten beim Gipfel vorbereitet zu haben. Die Fahnder durchsuchten Wohnungen in Rostock und Hohenfelde sowie eine Garage in Bad Doberan – und entdeckten dabei unter anderem mit hochentzündlichem Bitumen gefüllte Feuerlöscher. Die Hamburger Ermittler vermuten, dass damit Polizisten bei Demonstrationen gegen den G-20- Gipfel besprüht und anschließend angezündet werden sollte.

Die Kriminalisten haben die in Rostock und Umgebung sichergestellten Gegenstände in den vergangenen Tagen genau analysiert – und stellen ihre mögliche Verwendung in einem drastischen Video dar:

Darauf zu sehen ist unter anderem, wie eine Einsatzjacke der Polizei – besprüht mit dem Gemisch aus den Feuerlöschern – binnen Sekunden komplett in Flammen aufgeht. „Diese Feuerlöscher sind eine erhebliche Gefahr für Polizisten, Zivilsten und Gebäude“, heißt es in einer Mitteilung des Hamburger Landeskriminalamtes. Zudem fanden die Fahnder bei den Durchsuchungen rund um Rostock auch noch in Spiritus getränkte Böller und Zwillen samt Metallkugeln. Die Geschosse – so demonstriert es die Polizei in dem Video – könnten ebenfalls Menschen töten, die Böller durchschlagen selbst die Einsatzhelme der Beamten.

Der Hamburger Polizeipräsident Ralf Martin Meyer äußerte sich entsetzt über die Funde, die seine Fahnder in Rostock gemacht hatten: Die Beweismittel würden von einem „Höchstmaß an krimineller Energie“ bei den militanten G-20-Gegnern zeugen. Den Verdächtigen aus Rostocker sei es „nicht um Sitzblockaden, sondern um schwere und schwerste Verletzungen“ gegangen. „Diese Art der Militanz lässt mich fassungslos zurück“, so Meyer.

Die Behörden in MV und auch in Hamburg wollen sich zu weiteren Details des Falls nicht äußern: „Wir ermitteln wegen Verstößen gegen das Sprengstoff- und das Waffengesetz“, so der Hamburger Polizeisprecher Detlef Spielmann. „Zudem prüft die Staatsanwaltschaft weitere Tatbestände.“ Auf die Spur der beiden mutmaßlichen Linksextremisten sei das LKA in Hamburg nach Hinweisen ihrer Kollegen aus Rostock gekommen. Anna Hermann, Sprecherin des LKA in Schwerin, bestätigt: „Auch Beamte des Landeskriminalamtes MV waren an den Durchsuchungen beteiligt.“

Der 26-jährige Verdächtige ist wieder auf freiem Fuß. Der 30-Jährige – in der Szene als „Flitzie“ bekannt – hingegen sitzt nach wie vor in der Justizvollzugsanstalt Bützow. Er darf die Haft auf Anordnung des Rostocker Amtsgerichtes frühestens nach Ende des Gipfels am 10. Juli verlassen. Die „Rote Hilfe“, eine Organisation zur Unterstützung linker Aktivisten, bezeichnete die Maßnahme des Gerichts als „absurd“. Die „Rote Hilfe“ selbst nimmt im Verfassungsschutzbericht des Landes ein eigenes Kapitel ein. Anhänger der linken Szene versammelten sich zudem vor dem Gefängnis, um ihre Solidarität mit dem Verdächtigen zu bekunden. Die CDU Rostock hingegen stellt sich vor die Polizei: „Es ist unvorstellbar, dass es Leute gibt, die Demonstrationen für eine angeblich gerechtere Weltordnung dazu missbrauchen, Leib und Leben von Polizisten zu gefährden. Noch trauriger macht mich, dass darunter auch Rostocker sind“, so Fraktionschef Daniel Peters. Die Polizei habe mit den Durchsuchungen „Schlimmeres verhindert“.

Wie viele Anhänger der linken Szene aus Rostock zum Gipfel in Hamburg gereist sind – dazu halten sich Polizei und Innenministerium bedeckt. Nach OZ-Informationen soll das Hamburger LKA aber im Vorfeld des Gipfels nicht nur einmal in Rostock gewesen sein: Bei mehreren Mitgliedern der linken Szene sollen Beamte versucht haben, sogenannte „Gefährderansprachen“ zu führen. Der Verfassungsschutz geht davon aus, dass es landesweit rund 270 gewaltbereite Linksextremisten gibt.

Andreas Meyer

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