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00:00 03.03.2017
„Die Kommunikation zwischen den polnischen und deutschen Beamten soll im Ernstfall schneller vonstatten gehen.Nils Hoffmann-Ritterbusch, Polizeipräsident Neubrandenburg
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Zinnowitz

Das Polizeipräsidium Neubrandenburg und die KWP Stettin wollen in der Grenzregion noch effektiver gegen Kriminalität vorgehen. Wie das genau funktionieren soll, beratschlagten am Mittwoch und gestern etwa 50 Fachleute aus den Führungsebenen des Polizeipräsidiums Neubrandenburg, des Landeskriminalamtes und der Spitze der Stettiner Polizei in Zinnowitz. Die OZ sprach mit Nils Hoffmann-Ritterbusch, Präsident des Polizeipräsidiums.

Was können Sie berichten?

Nils Hoffmann-Ritterbusch: In Zeiten offener Grenzen gehört die Zusammenarbeit aller Behörden – auch der Polizei – zu einem wichtigen Baustein. Kein Bürger hätte Verständnis, wenn wir einen Straftäter nicht überführen oder einen Fall nicht lösen können, weil die Zusammenarbeit nicht funktioniert. Deshalb haben wir es uns zum Ziel gesetzt, das Miteinander zu verbessern. Das ist schon gut, aber einige Dinge können besser laufen.

Mit welchen Ergebnissen reisen Sie von der Insel Usedom?

Hoffmann-Ritterbusch: Wir haben die Strukturen unserer Behörden verglichen. Wir schauten, wer unser Partner zur Aufgabenbewältigung auf polnischer Seite ist. Wenn ein Problem auftaucht, brauchen wir den richtigen Gesprächspartner. Wir gingen der Frage nach, welche rechtlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden müssen, wir sprachen über die Erreichbarkeiten und Kommunikationswege. Wir haben Wege festgelegt, wie wir miteinander umgehen. Konkret haben wir vereinbart, dass wir gemeinsam eine Übung organisieren wollen. Und das nicht nur als Planspiel in den Büros, sondern mit praktischen Anteilen. Wir werden dann ein Szenario erfinden, wie es in Wirklichkeit bei einer Entführung oder Erpressung vorkommen kann.

Wie sieht die Kommunikation aus?

Hoffmann-Ritterbusch: Konkret haben wir vereinbart, im Einsatzfall Mitarbeiter auszutauschen, um zunächst die Sprachbarriere zu überwinden. Zudem bekommt der Polizeiführer einen Verbindungsbeamten an die Seite. Das ist ein Beamter des jeweils anderen Landes, der den Verantwortlichen beraten kann und nötige Kontakte möglichst schnell herstellt. Auch die Aus- und Fortbildung ist ein Ziel.

Stichwort Sprache: Lernen die deutschen Kollegen nun mehr Polnisch?

Hoffmann-Ritterbusch: Diesen Anspruch haben wir. Polnisch ist für viele aber ausgesprochen schwierig. Die Kollegen sollen sprachkompetent gemacht werden. Und wenn’s nicht mit Polnisch funktioniert, eben auf Englisch.

Profitiert der Bürger von ihrem Treffen in Zinnowitz?

Hoffmann-Ritterbusch: Ich hoffe. Im Bereich Pasewalk und Heringsdorf fahren wir Streifen mit polnischen Kollegen. Die Revierleiter von deutscher und polnischer Seite waren hier. Wenn ein Straftäter zum Beispiel nach Polen flüchtet, wollen wir noch besser zwischen den Leitstellen in Neubrandenburg und Stettin zusammenarbeiten. Ziel ist es, den Täter schnell zu finden. Gute Zusammenarbeit ist ein langer Weg, aber wir haben begonnen, ihn zu beschreiten.

Wie oft kommt es vor, dass grenzüberschreitend gearbeitet wird?

Hoffmann-Ritterbusch: Regelmäßig. Zu großen, gefährlichen Anlässen eher nicht so häufig, im Zusammenhang mit Fahndungen nach Diebstählen oder Verkehrsdelikten sicher fast täglich. Zum Beispiel wenn uns ein Autodieb entwischt. Und wenn die Telefonkette zu lang ist, ist der Täter schnell weg. Wir brauchen direkte Verbindungen. Interview: Hannes Ewert

OZ

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