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Aktuelle Beiträge Jugendgewalt: Polizei nimmt erste Schläger fest
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00:00 23.11.2017
Schon in den vergangenen Monaten musste die Polizei nach Schlägereien eingreifen. Quelle: Fotos: Stefan Tretropp, Ove Arscholl
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Stadtmitte

Nach einer brutalen Schlägerei am Sonnabend in Evershagen, bei der Glasflaschen und ein Messer eingesetzt wurden, hat die Polizei drei jugendliche Tatverdächtige ermittelt. Zwei von ihnen schickte der Richter nach der Haftprüfung direkt in die Jugendhaftanstalt nach Neustrelitz, teilte Polizeisprecherin Yvonne Hanske gestern mit. Geprüft wird nun, ob die jungen Männer an weiteren brutalen Überfällen der vergangenen Tage in Rostock beteiligt waren, bei denen vor allem Smartphones mit Gewalt erbeutet wurden.

Bei den drei Verdächtigen handelt es sich nach Polizeiangaben um zwei syrische Brüder im Alter von 16 und 17 Jahren, die in Bad Doberan leben, sowie um einen 17-jährigen Somalier, der in Rostock untergebracht ist. Die beiden 17-Jährigen waren der Polizei bereits durch mehrere andere Delikte aufgefallen, berichtet Yvonne Hanske. Wohl der Grund, warum sie direkt in die Jugendhaftanstalt kamen.

Der 16-Jährige ist dagegen wieder auf freiem Fuß.

Die Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen hatte sich am Sonnabend gegen 22.41 Uhr in einer Straßenbahn der Linie 5 auf der Fahrt vom Neuen Markt in Richtung Lütten Klein ereignet (die OZ berichtete). Zunächst gab es in der Bahn eine verbale Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen. Diese eskalierte dann nach der Haltestelle Marienehe so weit, dass ein 21-Jähriger mit einer Glasflasche auf den Kopf geschlagen wurde. Als beide Gruppen am Haltepunkt Evershagen Süd ausgestiegen waren, wurde dem Opfer dann noch einmal so stark auf den Kopf geschlagen, dass die Flasche zu Bruch ging. Zwar retteten sich die Angegriffenen noch in die Straßenbahn, doch an der nächsten Haltestelle warteten Tatverdächtige, nach Zeugenaussagen alle mit Migrationshintergrund, und die Auseinandersetzung ging weiter. Dann kam es zur Attacke mit einem Messer, außerdem forderten die Täter die Herausgabe von Telefonen. Als die Polizei eintraf, flüchteten die Angreifer unerkannt.

Mit Hilfe der Zeugenaussagen und vor allem der Videobilder aus der Straßenbahn gelang es nun, die drei Hauptverdächtigen zu identifizieren, berichtet Yvonne Hanske. In den vergangenen Tagen hatte es in Rostock mehrere Raubüberfälle gegeben. Nach einer solchen Gewalttat am Sonntag an einem Geldautomaten konnte die Polizei bereits zwei Tatverdächtige festnehmen, beide deutscher Herkunft.

„Innerhalb kurzer Zeit haben wir vier mögliche Täter in Haft. Das zeigt, wie intensiv wir ermitteln“, sagt Yvonne Hanske.

„Fakt ist, dass wir in den vergangenen Tagen eine Häufung solcher Straftaten hatten.“ Nun prüft die Polizei, ob die Attacken in der Ernst-Barlach-Straße, an der Bushaltestelle am Vögenteich oder zwei weitere nur bei der Internetwache angezeigte Übergriffe mit den Festgenommenen in Verbindung gebracht werden können. „Da scheint es Parallelen zu geben“, so die Polizeisprecherin. Es sei nicht auszuschließen, dass die Verdächtigen an weiteren Überfällen beteiligt waren. Während bei der Schlägerei in Evershagen Videobilder bei der Identifizierung halfen, ist die Polizei in den anderen Fällen auf Zeugenaussagen angewiesen. Irritiert zeigt sich Polizeisprecherin Yvonne Hanske übrigens über das Verhalten der anderen Fahrgäste in der Straßenbahn, wo die gewalttätige Auseinandersetzung am Sonnabend begann. „Dass niemand selbst einschreitet, um sich nicht Gefahr zu bringen, kann ich noch gut verstehen.“ Einer hätte aber durchaus den Notruf 110 wählen können. „Das hat niemand getan.“

Dann hätte die Polizei vielleicht die spätere schwere Verletzung eines der Opfer noch verhindern können. Der junge Mann sei mit einer Kopfwunde immer noch krankgeschrieben.

Thomas Niebuhr

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