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Nachrichten Polizei-Report Aktuelle Beiträge Kritik an „Einkesselung“ durch Polizei
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14:02 03.05.2017
Eingekesselte Gegendemonstranten in Stralsund. Quelle: Jörg Mattern
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Stralsund

Schwere Vorwürfe gegen die Polizei: Rund 100 Gegendemonstranten einer Veranstaltung der rechtsextremen NPD am 1. Mai in Stralsund seien widerrechtlich „eingekesselt“ und über viele Stunden festgehalten und mit Pfefferspray traktiert worden. Einen Verstoß gegen die Demonstrationsfreiheit werfen linke Aktivisten der Polizei vor. Der Vorfall dürfte ein Nachspiel haben.

Mehr als acht Stunden seien Demonstranten am Montag am Neuen Markt in Stralsund festgehalten worden. Einsatzkräfte der Polizei in Schutzmontur umschlossen die Teilnehmer, wie Fotos zeigen. Während ein kleinerer „Kessel“ in der Ossenreyerstraße nach drei Stunden aufgelöst worden sei, hätten die Demonstranten am Markt bis 18.15 Uhr ausharren müssen. Sie seien „einzeln herausgeholt, von allen vier Seiten abfotografiert und durchsucht“ worden, berichtet Torsten Sohn von der Organisation „Rostock nazifrei“. Er spricht von einem „massiven und rechtswidrigen Eingriff in das Versammlungsgesetz“.

Die Polizei begründet den Polizeieinsatz damit, dass linke Demonstranten den NPD-Aufzug offensichtlich stören wollten. Sie hätten Messer, Schraubendreher oder Pyrotechnik dabeigehabt. Daran aber gibt es Zweifel. Eine OZ-Anfrage zu den Vorwürfen will die Polizei erst heute beantworten. Einsatzleiter Michael Peters bilanzierte einen erfolgreichen Einsatz: „Ein gewalttätiges Aufeinandertreffen verschiedener Gruppen konnte verhindert werden.“

OZ