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10:50 28.02.2018
Polizeidirektor Gunnar Mächler zeichnete gestern couragierte Bürger aus: Dazu gehören Diana Jürgens (r., daneben Tochter Leni), Detlef Stang – für ihn war Lebensgefährtin Christina Habel (l., mit Tochter Samantha) erschienen – und Dirk Zagelow. Die Geehrten erhielten Präsentkörbe und Blumen. Quelle: Foto: Peter Binder
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Lubmin/Wolgast

/Anklam. Den 17. Mai 2017 wird Diana Jürgens niemals vergessen. Die Lubminerin war gerade auf dem Heimweg von der Arbeit, als sie im Straßengraben einen Lkw entdeckte. Keine Sekunde zögerte sie, stoppte ihr Auto und stürmte zum Lkw, wo der Fahrer bewusstlos lag. Durch ihren Einsatz hat die 37-Jährige dem Mann vermutlich das Leben gerettet. Für ihre Zivilcourage wurde die im Bereich Arbeitsmedizin tätige Frau gestern von der Polizei in Anklam geehrt.

Hausmeister Detlef Stang verhinderte, dass eine betrunkene Urlauberin ihre Heimfahrt antreten konnte. Sie hatte am Mittag einen Atemalkoholwert von 2,12 Promille. EWERT Quelle: Foto: Hannes

„Sie steht stellvertretend für die vielen ,stillen Helden’, die sich durch ihr beherztes und couragiertes Handeln über das Jahr 2017 verdient gemacht haben“, betont Inspektionsleiter Gunnar Mächler.

„So wurden schnelle Ermittlungserfolge möglich, Unfälle wurden verhindert und Verunfallten wurde schnell Hilfe geleistet“, sagt der Polizeidirektor.

Der Verkehrsunfall hatte sich auf der Landesstraße 262 ereignet zwischen den Abzweigen Neuendorf und Stilow. Der Fahrer war wegen gesundheitlicher Probleme mit seinem Fahrzeug von der Straße abgekommen und auf der gegenüberliegenden Seite im Straßengraben gelandet. „Ich versuchte, ihn aus dem Lkw zu bugsieren. Er war eingeklemmt. Ich habe es nicht geschafft“, erinnert sich Diana Jürgens.

Zum Glück sei kurz darauf eine Polizeistreife vorbeigekommen. Die beiden Polizisten hätten mit ihr versucht, den Mann zu bergen. „Doch auch das ist uns nicht gelungen. Ich bin deshalb an die Straße gelaufen und habe versucht, vorbeikommende Kraftfahrer zum Anhalten und Helfen zu bewegen – vergeblich“, schildert die 37-Jährige. Zwei Männer, einer mittleren Alters, einer um die 60, hätten ihr erklärt, dass sie weder Lust noch Zeit hätten und nicht aussteigen würden. „Dann sind sie davon gefahren“, sagt Jürgens. Zum Glück habe wenig später ein junger Mann angehalten und vor dem Eintreffen des Rettungswagens doch noch geholfen.

Da sie selbst im Bereich des arbeitsmedizinischen Dienstes tätig ist, kann sie bis heute nicht verstehen, dass jemand einem Schwerverletzten die Hilfe verweigert. Das hat sie gestern auch noch einmal gegenüber der Polizei betont. Denn für die Mutter einer achtjährigen Tochter war es nicht der erste Erste-Hilfe-Einsatz. „Ich bin schon zweimal auf Unfälle mit Schwerverletzten zugekommen und habe sofort angehalten und geholfen“, berichtet sie. Sie bittet daher alle Kraftfahrer, bei Unfällen anzuhalten und zu helfen. „Jeder von uns kann selbst in die Situation kommen und Hilfe benötigen. Wer das unterlässt, macht sich im übrigen strafbar.“, Ihre Tochter Leni hat sie zur gestrigen Auszeichnung begleitet – und war mächtig stolz auf die Mutti. „Dabei hatte sie anfangs große Angst, als der Brief mit der Einladung kam. Denn wenn die Polizei schreibt, hat man was ausgefressen“, sagt Diana Jürgens und lacht. Die Tochter habe sie sogar gefragt, ob sie ins Gefängnis müsse. Zum Glück hätte der Sprecher der Polizeidirektion Anklam Axel Falkenberg die Kleine beruhigen können. Und gestern gab es für Leni sogar noch eine Überraschung: Einen Polizei-Teddy.

Auch der Wolgaster Detlef Stang wurde gestern für einen Einsatz geehrt, der sich im Mai 2017 ereignete. Der 43-Jährige rettete vermutlich Menschenleben, weil er als Hausmeister des Zinnowitzer Asgard-Hotels die Heimfahrt einer 53 Jahre alten Urlauberin, die sich betrunken ans Steuer setzen wollte. Ihr Promille-Wert: 2,12. Detlef Stang war damals von Hotelmanagerin Anna Lippmann gefragt worden, ob er den Dienstwagen schnell vor das Auto der Urlauberin parken kann. Ihr war aufgefallen, dass die Frau beim Auschecken stark angetrunken war und rief die Polizei. Die Urlauberin setzte sich dennoch hinters Steuer. „Sie versuchte noch vor- und zurückzufahren, aber da ja stand ich“, sagt Stang. Für den zweifachen Familienvater war die Tat eine Selbstverständlichkeit. „Als Vater denkt man nach. Es hätte ja die eigenen Kinder treffen können, wenn sie einen Unfall verursacht“, sagt er. Für die 53-Jährige endete der einwöchige Usedom-Urlaub auf der Polizeiwache in Wolgast.

„Viele Bürger schauen zum Glück nicht weg, sie informieren die Polizei, stellen sich als Zeugen zur Verfügung oder handeln sofort“, lobt Polizeichef Gunnar Mächler.

Cornelia Meerkatz

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