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Aktuelle Beiträge Polizei verwarnt 2200 Radfahrer
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01:22 17.02.2015
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Greifswald — Die Universitäts- und Hansestadt ist eine Fahrradstadt. Doch Radler fahren hier, wie sie wollen, Verkehrszeichen gelten für sie nicht. Auch Fahrraddiebe haben leichtes Spiel, es wird kaum kontrolliert. Über diese Vorurteile, die Vergehen der Fahrzeugführer und den Neubau des Polizeigebäudes sprach die OSTSEE-ZEITUNG mit Heiko Meffert, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter des Polizeihauptreviers Greifswald.

OZ: Ich wollte erst mit dem Fahrrad zum Interview kommen, hatte aber Angst, dass es vor dem Polizeigebäude, sozusagen unter Ihren Augen, gestohlen wird . . .

Heiko Meffert: Ganz so verwegen sind die Fahrraddiebe in Greifswald noch nicht. Aber es stimmt, die Radfahrer stellen einen großen Schwerpunkt unserer Arbeit dar.

OZ: Inwiefern?

Meffert: Wir haben mit dem Diebstahl vieler Räder zu tun, mit den Ordnungswidrigkeiten, die Radler begehen, und auch mit Unfällen, die von ihnen verursacht werden.

OZ: Wundert Sie das? Die Polizei kontrolliert ja kaum — denken jedenfalls viele Bürger.

Meffert: Dem muss ich widersprechen. Gerade weil etwas passieren muss, haben wir den Kontrolldruck schon seit vergangenem Jahr für Radfahrer erheblich erhöht. 2014 wurden 2200 Radler gebührenpflichtig verwarnt — wegen fehlenden Lichtes, weil sie den Radweg in die falsche Richtung benutzten, in der Fußgängerzone fuhren oder alkoholisiert unterwegs waren.

OZ: Aber das sind doch manche Autofahrer auch. . .

Meffert: Von den 240 Fahrzeugführern, die wir 2014 alkoholisiert erwischt haben, waren die meisten Radfahrer. Um da als Alkoholsünder zu gelten, muss man mindestens 1,6 Promille intus haben.

Das ist erschreckend, genau wie die erhebliche Steigerung der Zahl der Alkoholfahrer gegenüber 2013.

OZ: Und die Zahl der Unfälle, ist die zurückgegangen?

Meffert: Auch hier gibt es keinen Grund zur Entwarnung. Wir haben 2014 in unserem Zuständigkeitsgebiet — dazu gehören neben der Hansestadt das Amt Landhagen und das Amt Peenetal/Loitz — insgesamt 2400 Unfälle aufgenommen, darunter etliche durch Radler verursachte. Und bei jedem zehnten Unfall gab es Verletzte. Unser Problem sind außerdem die vielen Unfallbeteiligten, die Fahrerflucht begehen. Wir haben eine Quote von 20 Prozent, das sind 450 Verursacher.

OZ: Wie sieht es denn sonst mit den Vergehen der Kraftfahrer aus?

Meffert: Nach wie vor wird während der Fahrt telefoniert. Meine Kollegen haben insgesamt 580 Mal das missachtete Handyverbot geahndet.

OZ: In den zurückliegenden Monaten häufen sich im Stadtgebiet Wohnungseinbrüche. Sind es mehr geworden?

Meffert: Das ist eine subjektive Wahrnehmung. 2013 hatten wir 100, im vergangenen Jahr 90 Wohnungseinbrüche. Die Bürger sind aufmerksamer geworden, melden sich schneller bei uns, wenn ihnen Fahrzeuge oder Passanten auffällig vorkommen.

OZ: Was unternimmt die Polizei selbst zur Vorbeugung?

Meffert: Wir haben sogenannte Täterstreifen eingeführt. Das heißt, Beamte gehen durchs Wohngebiet und schauen mit den Augen der Ganoven: Wo ist leicht ins Haus zu kommen, weil das Fenster nur angelehnt ist, die Terrassentür offen steht oder der Carport nicht mehr einsehbar ist. In der Bevölkerung haben wir darauf guten Zuspruch erhalten.

OZ: Zugenommen haben aber auf jeden Fall die Autodiebstähle. Wir haben fast jeden Tag eine entsprechende Meldung in der Zeitung.

Meffert: Das ist eine temporäre Geschichte. Mal geschehen innerhalb von zwei oder drei Wochen mehrere Autodiebstähle, oft auf der Greifswalder Automeile. Und dann ist eine ganze Weile wieder Ruhe. Aber wir haben als Polizei insgesamt unsere Präsenz im Stadtgebiet verstärkt, wir sind also ganz oft auf Streife in den Stadtteilen, vor allem in den Plattenbaugebieten. Und bei Bedarf kommt uns auch die Bereitschaftspolizei zu Hilfe.

OZ: Apropos Hilfe: Die könnten Sie auch gebrauchen, wenn es um ein neues Polizeigebäude geht ...

Meffert (lacht): Keine Sorge, wir werden es beide noch erleben. Noch in diesem Jahr soll mit den Arbeiten für ein neues Polizeigebäude in Greifswald begonnen werden.



Cornelia Meerkatz

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