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Aktuelle Beiträge Racheakt: Frau meldet Mord bei der Polizei
Nachrichten Polizei-Report Aktuelle Beiträge Racheakt: Frau meldet Mord bei der Polizei
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07:18 02.12.2015
Die Polizei in Stralsund ermittelt gegen eine Frau, die den Notruf wählte und meldete, dass ein Sohn seinen Vater erschossen hat und die Leiche vor der Haustür liegt. Quelle: Imago Stock&people
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Stralsund

Zu einem brisanten Einsatz führte ein Notruf, der am Montag kurz vor 21 Uhr bei der Polizei in Stralsund einging, wie der Leiter des Polizeihauptreviers, Dietmar Grotzky am Dienstag informierte. Eine Frau hatte die Beamten alarmiert und am Telefon mitgeteilt, dass in der Tribseer Vorstadt ein Sohn seinen Vater erschossen hat. Die Leiche liege vor der Tür. Außerdem halte sich der Täter noch in der Wohnung auf und habe eine Schusswaffe haben

Die Beamten rückten sofort aus. Als sie vor dem Haus ankamen fehlte von der Leiche jede Spur. Die Polizisten versuchten, mit den Bewohnern Kontakt aufzunehmen. Das gelang auch. In der Wohnung befanden sich ein 32-jähriger Mann und seine Eltern. „Und es ging allen gut“, sagt Dietmar Grotzky.

Die gleiche Frau hatte nur 20 Minuten später noch einmal bei der Polizei angerufen und in derselben Straße eine Geburt mit erheblichem Blutverlust angezeigt. Wenig später stellte sich heraus, dass auch an dieser Sache nichts dran war.

Nach ersten Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass es sich um einen Racheakt der Ex-Freundin des jungen Mannes handelt. „Aber natürlich müssen wir solche Anrufe sehr ernst nehmen. Und man weiß nie, wie so etwas ausgeht. Die Kollegen vor Ort stehen in so einem Fall immer vor sehr schwierigen Entscheidungen“, erklärt Grotzky.

Die Ermittlungen laufen nun wegen Notrufmissbrauchs und der Vortäuschung von Straftaten - Vergehen, die laut Strafgesetzbuch mit Geldstrafen beziehungsweise Haftstrafen zwischen einem und fünf Jahren geahndet werden können. Die Tatverdächtig ist bei der Polizei bekannt.



Walther, Marlies