Stralsund - Schiffsunfall auf Hiddensee: Kapitän rettet Menschenleben – OZ - Ostsee-Zeitung
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Aktuelle Beiträge Schiffsunfall auf Hiddensee: Kapitän rettet Menschenleben
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00:00 19.08.2015
Das Rettungsboot „Nausikaa“ eilte dem Fährschiff „Hansestadt Stralsund“ zu Hilfe, das unfreiwillig an die Pier in Neuendorf gedrückt wurde.
Das Rettungsboot „Nausikaa“ eilte dem Fährschiff „Hansestadt Stralsund“ zu Hilfe, das unfreiwillig an die Pier in Neuendorf gedrückt wurde.
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Stralsund

Die Schiffskollision im Hafen von Neuendorf auf Hiddensee hat ein Nachspiel. „Wir werden noch einmal an die Reederei Hiddensee appellieren, sich an die von uns geänderten Manövriervorschriften in Häfen unserer Insel zu halten“, macht Hiddensees Bürgermeister Thomas Gens (Hiddenseepartei) deutlich. So gelte beispielsweise seit Mai dieses Jahres für den Hafen Kloster die Vorschrift, die Fahrgastschiffe nicht mehr direkt im Hafenbecken zu drehen.

Die Kollision am Montagabend nahm noch ein glimpfliches Ende. Die etwa 100 Passagieren an Bord der „Hansestadt Stralsund“ kamen mit dem Schrecken davon. Zuvor war das Schiff beim Ablegen bei starkem Ostwind bis zur Stärke acht von einer Böe auf seiner gesamten Länge erfasst und gegen den Anleger für Wassertaxen und Sportboote gedrückt worden. „Es lag zu der Zeit dort kein Wassertaxi fest und mit einem seemännisch völlig richtigen Manöver ist es unserem Kapitän gelungen, Schlimmeres zu verhindern. Er hat sein Schiff nach vorne gedrückt und so verhindert, dass es mit am Anleger festgemachten und mit Menschen besetzten Sportbooten kollidiert“, zeichnet Knut Schäfer, Geschäftsführer der Reederei Hiddensee, das nach, was sich am Montagabend gegen halb sechs ereignet hat. Vom Schaden hatte er sich noch am Montagabend vor Ort ein Bild gemacht: ein Reibepfahl an der Kaimauer abgeknickt, Schrammen am Bug des Schiffes. Dessen Passagiere ließ die Reederei mit Wassertaxen und dem Fahrgastschiff „Insel Hiddensee“ abholen. „In Windeseile haben wir den ganzen Fahrplan umgestrickt“, so Schäfer.

Bürgermeister Gens ist froh, dass bei der Kollision keine Personen zu Schaden gekommen sind: „Jedoch zeigt es wieder, was alles passieren kann.“ Deshalb habe die Gemeinde im Mai die Anlegevorschriften für den Hafen Kloster geändert. Die Schiffe sollten nicht mehr mitten im Hafenbecken gedreht werden sondern etwas außerhalb. „So ist einerseits mehr Sicherheit für die anderen Bootsführer gewährleistet.

Andererseits wird so vermieden, dass sich der von den Schiffsschrauben aufgewühlte Schlick in dem vor kurzem für den neuen Sportanleger ausgebaggerten westlichen Teil des Hafenbeckens absetzt und der so wieder versandet“, begründet Gens und schiebt nach: „Aber die Vorschrift wird von den Fähren nicht eingehalten.“

„Weil es ein schwieriges Thema ist“, entgegnet Schäfer. Seinen Schiffsführern attestiert er, dass sie versuchen würden, so weit wie möglich auf den neuen Sportbootanleger Rücksicht zu nehmen. Aber:

„Man kann sich als Gemeinde vieles wünschen und dies auch festlegen, aber es ist keinem Kapitän vorzuschreiben, was er zu tun und zu lassen hat — solange er sich an Gesetze hält. Das tue ich auch nicht.

Das muss der Kapitän schon selbst abschätzen“, sagt der Reederei-Chef.

Und für den Hafen Neuendorf sehe er keine andere Möglichkeit als im Hafenbecken zu drehen: „Weil anderswo kein Platz ist.“

Junge Organistin präsentiert CD
Ein neuer Stern am Organistenhimmel konzertiert heute in der Nikolaikirche: Yuka Ishimaru . Sie hat ihr Examen in Würzburg mit Auszeichnung bestanden.
Konzerte führten sie bereits durch Europa und Japan. Sie spielt Werke von Bach, Mendelssohn, Brahms und Rheinberger. Im Rahmen des Konzertes verkauft sie ihre erste CD.
Orgelkonzert: Heute 18 Uhr im St. Nikolai.
Letzter Unfall Juli 2014
7Personen wurden erst Mitte Juli des vergangenen Jahres bei einem Schiffsunfall auf der Insel Hiddensee leicht verletzt. Seinerzeit war im kommunalen Hafen von Kloster das Fahrgastschiff „Insel Hiddensee“ gegen die Kaimauer geprallt. Ein Kind und sechs Erwachsene kamen dabei zu Schaden. Zudem waren in den Bug des mit etwa 60 Passagieren besetzten Schiffes zwei Löcher gerissen worden.
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Der Open-Air-Sommerspielplan des Theaters Vorpommern unter dem neuen Titel „Ahoi — Mein Hafenfestival“ wird vom Publikum in Stralsund „gut angenommen“, wie Helga Haase, Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Theater, sagt. Nach dem furiosen Start mit „Rock‘n‘Ballet“ ging es mit dem „Zauberer von Oz“ weiter, einem Musical, das vor allem Kinder aber auch viele Erwachsene begeisterte. Daran schlossen sich die „Sternstunden des Muscials“ an. Von morgen bis zum 30. August werden nun alpenländische Kulissen die Bühne an der Sundpromenade bestimmen.
Zu erleben ist das Singspiel „Im weißen Rössl“.
Lieder wie „Die ganze Welt ist himmelblau, wenn ich in Deine Augen schau!“ oder „Im ‚weißen Rössl‘ am Wolfgangsee, da steht das Glück vor der Tür“ sind nur einige der heiteren, übermütigen Ohrwürmer des Singspiels. Die musikalischen Arrangements in der Fassung der Berliner „Bar jeder Vernunft“ aus den 1990er-Jahren sind schmissig überdreht.
So ganz nebenbei werden Kenntnisse für die österreichische Küche vermittelt: Kennen Sie Matrosenfleisch und Jungfernbraten oder Beuschel? Das alles und noch viel mehr steht auf der Speisekarte „Im weißen Rössl“ am Wolfgangsee. Das Singspiel von Ralph Benatzky wurde übrigens am 8. November 1930 im Großen Schauspielhaus in Berlin uraufgeführt.



Chris-Marco Herold