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07:26 19.07.2017
Die Blitzersäule an der B 196 in Lancken-Granitz auf der Insel Rügen. Quelle: Erzfoto
Stralsund

Bei den 970 Unfällen mit schweren Folgen, die sich 2016 auf den Straßen im Landkreis Vorpommern-Rügen ereigneten, wurde in 190 Fällen überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache festgestellt. Drei Menschen verloren durch Raserei ihr Leben. Der Trend zeigt nach oben. Wie die jüngste Verkehrsunfallstatistik der Polizeiinspektion Stralsund ausweist, gab es 2014 noch 29 Unfälle durch Geschwindigkeitsübertretungen weniger als letztes Jahr.

Die Blitzersäule an der B 196 in Lancken-Granitz auf der Insel Rügen. Quelle: Foto: Erzfoto

Für Markus Zimmermann, Fachdienstleiter Ordnung im Landratsamt, mit ein Grund, mit den Geschwindigkeitskontrollen nicht nachzulassen im Landkreis. Seine Mitarbeiter rückten im vergangenen Jahr zwischen Arkona, Grimmen und Zingst 245-mal zum Blitzen aus. „Zusätzlich kontrolliert die Polizei im Kreisgebiet“, sagt Zimmermann und verweist auf eine Besonderheit: „Stralsund darf als einzige Kommune im Landkreis selbst Geschwindigkeitsmessungen im Stadtgebiet vornehmen.“

In der Hansestadt ist das Ordnungsamt bei der Verkehrsüberwachung ebenfalls nicht untätig. 2016 blitzte es hier fast an jedem zweiten Tag im Jahr. „Vornehmlich in Bereichen, in denen schwächere Verkehrsteilnehmer, wie Kinder und Senioren, durch überhöhte Geschwindigkeiten gefährdet werden können, in Baustellenbereichen und da, wo schnelles Fahren Lärm erzeugt, etwa in der Wasserstraße“, macht Stadtsprecher Peter Koslik deutlich.

Natürlich kennt Markus Zimmermann die neuralgischen Punkte, die im Landkreis zum Schnellfahren verführen. Er schaut in eine Liste und legt los: Altheide und Redebas an der B 105, Negast und Obermützkow sowie Tribsees und Wendisch Baggendorf oder auch in Reinberg. Auf der Insel flammt der Blitz regelmäßig in Siggermow, Putbus, Prora, Sassnitz, Juliusruh oder auch in Klein Zicker auf.

„Wir versuchen, das Netz möglichst flächendeckend auszulegen, um einen breiten erzieherischen Nutzen zu erzielen“, sagt der Ordnungsamtschef. Dabei hat er festgestellt: „Es gibt beim Rasen kaum Unterschiede zwischen Rüganern und Festlandbewohnern – im Gegensatz zu kursierenden Vorurteilen.“

Mitunter nehmen Zimmermanns Mitarbeiter für ihre Einsätze auch Anregungen von Gemeinden oder Anwohnern auf. So wie etwa zuletzt beim Ausbau der B 96 im Raum Ralswiek. „Die Umleitung war zwar weiträumig ausgeschrieben, aber Ortskundige hatten schnell eine Abkürzung durch den Ortsteil Gnies gefunden“, so der Fachdienstleiter. Und manche fielen dabei eben durch einen zu flotten Fahrstil auf.

Beim blitzenden Personal verfügt der Landkreis über zweieinhalb Stellen. „Die Kollegen blitzen nicht selbst, sondern sitzen als Vertreter des Ordnungsamtes neben Mitarbeitern einer Servicefirma in den Autos, mit der der Kreis entsprechende Verträge zur Geschwindigkeitsmessung hat“, erläutert Zimmermann.

Neben den mobilen Kontrollen gibt es dann auch noch die stationären Blitzanlagen an den Landstraßen. Klassische Starenkästen stehen an der B 105 in Tempel gleich zwei und in Wiepkenhagen einer.

Ebenso in Körkwitz Hof an der Landstraße 21 und in Griebenow an der B 109. An der L 192 zwischen Tribsees und Drechow überwachen ebenfalls zwei Starenkästen den Verkehr. „Seit die A 20 in Betrieb ist, wird nach der Abfahrt Tribsees auf dieser Alleenstraße deutlich schneller gefahren“, weiß der Ordnungsamtschef. Offenbar hatte ein solcher Schnellfahrer erst im Juni seinen Ärger an einer dieser Messanlagen ausgelassen und gleich das komplette Innenleben ausgebaut und mitgenommen. „Bei den neuen Blitzersäulen wie sie etwa auf Rügen in Lancken-Granitz oder Lietzow stehen, wäre so eine Aktion umsonst gewesen“, betont Markus Zimmermann. Diese blitzen nicht nur in zwei Richtungen gleichzeitig. Vor allem gehen deren Aufnahmen gleich online zum Auswerter.

Zahl der Fahrverbote nach Raserei sinkt seit 2015 kontinuierlich

Standorte für mobile Geschwindigkeitsmessungen werden für Unfallschwerpunkte vom Ordnungsamt des Landkreises gemeinsam mit Polizei und den Straßenmeistereien in der Verkehrsunfallkommission abgestimmt. Nachgegangen wird auch Hinweisen von Gemeinden.

245 mobile Blitzer-Einsätze gab es 2016 durchs Ordnungsamt des Kreises. Dazu kommen über 150 Messeinsätze in Stralsund. Die Hansestadt darf als einzige im Landkreis allein blitzen.

Es gibt 12 ortsfeste Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen im Landkreis, davon fünf auf der Insel und sieben auf dem Festland.

Der Kontrolldruck scheint erzieherische Wirkung zu entfalten. So wurden 2014 noch 412 Fahrverbote für Überschreitungen ab 41 km/h ausgesprochen. 2015 waren es 354 und letztes Jahr 280 Fahrverbote.In Stralsund wurden 2016 nach Geschwindigkeitskontrollen Verwarn- und Bußgelder in Höhe von 669743 Euro erteilt. Der Kreisetat wies 2016

2,34 Millionen Euro im Posten Verkehr/sonstige Bußgelder aus.

Jörg Mattern

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