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09:45 19.03.2018
Ex-Wadan-Boss Andrej Burlakow (rechts) spricht im Herbst 2008 mit Wismarer Schiffbauern. Quelle: Heiko Hoffmann
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Wismar/Warnemünde/Madrid/Schwerin

Hat die russische Mafia Werften in Wismar und Warnemünde jahrelang dazu benutzt, in Deutschland Geld zu waschen? Im Mittelpunkt von Ermittlungen steht erneut der 2011 in Moskau erschossene frühere Wadan-Besitzer Andrej Burlakow. „Aufgrund von Erkenntnissen, die spanische Ermittlungsbehörden der Staatsanwaltschaft Schwerin zur Kenntnis gebracht haben, bestanden Anhaltspunkte dafür, dass die Investition von dem ehemaligen Investor Burlakow aus in Russland veruntreutem Geld stammte“, sagte eine Sprecherin der Schweriner Ermittlungsbehörde dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, zu dem die OSTSEE-ZEITUNG gehört.

Wadan Yards

...so hießen die ehemalige Warnowwerft Warnemünde und die Mathias- Thesen-Werft Wismar zwischen 2008 und 2009. Der russische Investor Andrej Burlakow hatte die Schiffbaubetriebe vom norwegischen Aker-Konzern gekauft. Nach der Pleite 2009 firmierten sie unter Nordic Yards, seit 2016 gehören sie mit der Volkswerft Stralsund zum Verbund MV Werften.

Die Staatsanwaltschaft Schwerin führte demnach mehrere Jahre lang ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche im Zusammenhang mit der Übernahme der früheren Wadan-Werften. Schwerin habe das Verfahren 2010 eingeleitet. Die Ermittlungen hätten sich auch gegen Burlakows Partner Nail Maljutin gerichtet. Dieser sei im August 2012 in Schwerin vernommen worden. Während des Verfahrens habe es persönlichen Kontakt zu dem damaligen spanischen Staatsanwalt Jose Grinda Gonzales gegeben, der zahlreiche Ermittlungsergebnisse zur möglichen Veruntreuung von Geldern übergeben habe.

Russische Behörden verweigern Kooperation

Russische Behörden hätten sich allerdings geweigert, mit Schwerin zu kooperieren. Nachdem Burlakow im September 2011 durch einen Auftragsmörder in Moskau getötet worden war, habe die Staatsanwaltschaft das Verfahren am 22. Oktober 2012 „mangels weiterer erfolgversprechender Ermittlungsansätze“ eingestellt.

Nun kommt jedoch erneut Bewegung in den Fall. In Madrid wird zurzeit ein Prozess gegen Mitglieder der russischen Mafia geführt, in dem es auch um den damaligen Kauf der Werften in Wismar und Warnemünde geht. Am 14. März legte der spanische Staatsanwalt Grinda weitere Belege vor, die beweisen sollen, dass beim Kauf der Werften in Mecklenburg-Vorpommern Geld gewaschen wurde. Grundlage bildet die Aussage eines Beamten der Staatspolizei Guardia Civil, der sich auf Dutzende abgehörter Telefonate stützt.

Insolvenz soll in betrügerischer Absicht herbeigeführt worden sein

Nach Aussage des spanischen Beamten wurde der Kauf seinerzeit durch den russischen Mafioso Gennadios Petrow eingefädelt. Mithilfe von Maljutin und durch Bestechung seien staatliche russische Gelder veruntreut worden. Die spätere Insolvenz der Werften sei in betrügerischer Absicht herbeigeführt worden, um unter anderem Millionen-Kredite, abgesichert durch Landesbürgschaften, auf Konten in Luxemburg und auf den Virgin Islands zu transferieren.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Schwerin erklärte, die Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche könnten jederzeit wiederaufgenommen werden, „wenn Anlass dazu besteht“. Allerdings hätte die Staatsanwaltschaft in diesem Fall zu prüfen, ob Tatvorwürfe verjährt sind.

Jörg Köpke

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