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Nachrichten Rund 50 Islamistinnen aus Syrien und Irak zurückgekehrt
Nachrichten Rund 50 Islamistinnen aus Syrien und Irak zurückgekehrt
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08:52 17.12.2017
Nur selten führt die Bundesanwaltschaft bisher Terrorverfahren gegen deutsche Islamistinnen, die wieder zurück sind. Symbolbild: Boris Roessler
Nur selten führt die Bundesanwaltschaft bisher Terrorverfahren gegen deutsche Islamistinnen, die wieder zurück sind. Symbolbild: Boris Roessler Quelle: Boris Roessler
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Berlin

Rund 50 deutsche Islamistinnen sind aus den umkämpften Regionen in Syrien und Irak nach Deutschland zurückgekehrt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Funke-Mediengruppe vorliegt.

Insgesamt sind demnach in den vergangenen Jahren 960 Menschen in Richtung Kriegsgebiet ausgereist, um sich Extremistenmilizen anzuschließen. „Etwa ein Drittel der ausgereisten Personen befindet sich derzeit wieder in Deutschland. Davon sind mehr als 15 Prozent weiblich“, schreibt das Auswärtige Amt laut Funke.

Doch nur selten führt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bisher Terrorverfahren gegen deutsche Islamistinnen, die wieder zurück sind. Gegen zwei aus Syrien oder Irak nach Deutschland zurückgereiste Frauen“ seien Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Mitgliedschaft oder Unterstützung einer Terrororganisation eingeleitet, schreibt die Regierung. „Ein Verfahren ist noch anhängig, ein Verfahren wurde an die Landesjustiz abgegeben.“

Die Linken-Politikerin Ulla Jelpke forderte eine konsequente Strafverfolgung auch von Frauen, die sich dem Islamischen Staat angeschlossen haben. „Auch Frauen haben sich an schrecklichsten Verbrechen beteiligt, sei es in der 'Sittenpolizei' oder bei der Beteiligung an der Versklavung jesidischer Frauen und Mädchen.“

Die Sicherheitsbehörden hierzulande stufen mehrere Dutzend Frauen und Jugendliche als islamistische Gefährder ein - und trauen ihnen damit potenziell einen Terrorakt zu. Unter den aktuell mehr als 720 islamistischen Gefährdern gebe es einen niedrigen einstelligen Prozentanteil an Frauen und Minderjährigen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen hatte zuletzt eindringlich vor einer Gefahr durch islamistische Frauen und Kinder gewarnt.

dpa

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