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Nachrichten Trauer um Pastor Andreas Schorlemmer
Nachrichten Trauer um Pastor Andreas Schorlemmer
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19:27 05.07.2019
Der Pastor Andreas Schorlemmer ist am Donnerstag im Alter von 70 Jahren verstorben. Quelle: C.KETTLER
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Greifswald

Ein großes Herz hat aufgehört zu schlagen. Am Donnerstag verstarb nach schwerer Krankheit Andreas Schorlemmer (70), Pastor aus Groß Kiesow, ehemaliger Notfallseelsorger und Kämpfer für die Menschlichkeit. „Er ist um 18.00 Uhr ins Glockenläuten hinein gestorben,“ sagte sein älterer Bruder, der DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer. Andreas Schorlemmer hinterlasse eine Frau und vier Kinder.

Schorlemmer war weit über die Region bekannt, er war maßgeblich am Aufbau der Notfall- und Polizeiseelsorge im Land beteiligt, hatte das Amt selbst von 1998 bis 2015 inne. Ob beim verheerenden Sandsturm-Unfall auf der A19 oder beim Sucheinsatz nach der verschütteten Katharina vor der Küste Rügens. Schorlemmer hörte zu, Schorlemmer war da, Schorlemmer war für Retter und Angehörige der Fels in der Brandung.

„Für mich war er der Don Quichotte des Garten Edens“

Jetzt ist der 1949 in der Altmark geborene Pastor seinem Krebsleiden erlegen, Weggefährten Schorlemmers sind betroffen. Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Christian Schumacher, sagte: „Er hat uns begleitet in den extremsten Situationen.“ Schorlemmer sei beim Überbringen von Todesnachrichten dabei gewesen, habe Notfallseelsorge geleistet und sei oft mit den Polizisten gemeinsam als letzter vom Platz gegangen. Er habe zudem an der Verwaltungsfachhochschule Güstrow Ethik-Unterricht erteilt und Fortbildungsseminare für Polizeibeamte angeboten. „Er war eine sehr, sehr prägende Gestalt in der Polizei“, sagte Schumacher.

Auch Bischof Hans-Jürgen Abromeit zeigte sich betroffen „Andreas Schorlemmer war jemand, der in einzigartiger Weise Gott und unserem Alltag mit all seinen Freuden und Nöten verbinden konnte“, sagte er. „Die Nordkirche trauert um einen Pastor, der ein großer Menschenfreund gewesen ist.“

Ob beim Sandsturm-Unfall auf der A 19, beim Tod der verschütteten Katharina (10) auf Rügen oder als Geflügelzüchter beim Ausbruchh der Vogelgrippe im Jahr 2006 alles verloren: Andreas Schorlemmer half in seiner Zeit als Notfallseelsorger, viele Seelenschmerzen zu lindern. Sein bewegtes Leben der vergangenen Jahren in Bildern.

Der Chef der CDU-Landtagsfraktion, Vincent Kokert, würdigte den Verstorbenen. Er habe die Notfallseelsorge nach der Deutschen Einheit in Mecklenburg-Vorpommern mitaufgebaut. „Das SED-Unrecht haben ihn und seine Familie sehr geprägt, dennoch blieb er zeitlebens ein kritischer Geist mit ungebrochenem Optimismus und einem großen Herzen. Andreas Schorlemmer war Vorbild im besten Sinne.“

Auch als Schauspieler eroberte Schorlemmer die Herzen

„Er war evangelischen Pfarrer aus Leidenschaft, ein alles verstehender, vieles tolerierender, fröhlich gesinnter Mensch, der alles liebte, was seinem Herzen nahestand. Für mich war er der Don Quichotte des Garten Edens,“ sagte Wolfgang Bordel, Intendant der Vorpommerschen Landesbühne, der Schorlemmer auch als Schauspieler schätzte, zum Beispiel in dem jährlichen Spektakel „Die Peene brennt“, oder dem Lilienthal-Stück „Moderne Raubritter“. „Andreas Schorlemmer war in Groß Kiesow seit über 40 Jahren eine Institution“, sagte Astrid Zschiesche, Bürgermeisterin der Gemeinde.Von ihm seien sehr viele Impulse ausgegangen. Sein Tod ist ein großer Verlust für den Ort und die Gemeinde.“

Schorlemmer galt als wortgewaltig, als mutiger Sprecher für den Glauben. Auch die Kommunikation mit den Menschen über seine Erkrankung war für ihn kein Tabu. Fast täglich postete er auf Facebook ein Bild mit einem Bibelvers. Die letzte seiner Nachrichten stammt vom 28. Juni und zeigt einen lichtdurchfluteten Rosenstrauß. Dazu ein Spruch aus der Offenbarung des Johannes. „Und der auf dem Thron sass, sprach: Siehe, ich mache alles neu!“

Erst im April beging Andreas Schorlemmer seinen 70. Geburtstag.

AZ

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