Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Air Berlin zahlt Teil des 150-Millionen-Kredits zurück
Nachrichten Wirtschaft Air Berlin zahlt Teil des 150-Millionen-Kredits zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:41 19.12.2017
Ein Teil des 150-Mio-Euro-Überbrückungskredits für Air Berlin ist zurückgezahlt worden. Der größere Teil des Geldes steht aber noch aus.
Ein Teil des 150-Mio-Euro-Überbrückungskredits für Air Berlin ist zurückgezahlt worden. Der größere Teil des Geldes steht aber noch aus. Quelle: Roland Weihrauch
Anzeige
Berlin/Frankfurt

Der Bund hat einen Teil seines 150-Millionen-Euro-Überbrückungskredits für die insolvente Air Berlin zurückerhalten. Man habe am Freitag einen Teil des KfW-Kredits zurückgezahlt, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft, ohne Summen zu nennen.

In Finanzkreisen wurden Medienberichte bestätigt, wonach Air Berlin gut 40 Millionen Euro an die KfW zurückgezahlt hat. „B.Z.“ und „Bild“-Zeitung hatten darüber berichtet.

Die staatliche KfW, die dem Bund und den Ländern gehört, hatte der Air Berlin im Sommer im Auftrag der Bundesregierung 150 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit sollte verhindert werden, dass die Flugzeuge am Boden bleiben müssen, nachdem der Großaktionär Etihad den Geldhahn zugedreht hatte. Der Bund bürgt für den Kredit.

Womöglich bekommt der Staat sein Geld nicht ganz zurück. Denn zur Tilgung sollte auch der Erlös aus dem inzwischen geplatzten Verkauf der Air-Berlin-Tochter Niki an die Lufthansa genutzt werden.

Der Großteil des bereits zurückgezahlten Betrags, nämlich 36,5 Millionen Euro, stammt aus dem bereits vollzogenen Verkauf von Firmenteilen an die britische Easyjet. Weitere Millionen kommen aus dem Verkauf der Tochtergesellschaften Leisure Cargo und Air Berlin Technik.

Zusätzlich könnten 18 Millionen Euro von der Lufthansa für die AB-Tochter LG Walter fließen, falls die EU der Übernahme zustimmt. Auch der geplante Schnellverkauf der insolventen Niki an einen anderen Investor könnte weitere Einnahmen erbringen.

Nach Niki Lauda, Condor und Ryanair hat auch die Schweizer Fluggesellschaft PrivatAir offiziell Interesse an der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki angemeldet. „Ja, wir wollen Niki ganz übernehmen und möglichst alle Arbeitsplätze erhalten“, sagte PrivatAir-Chef Thomas Limberger der österreichischen Zeitung „Die Presse“ (online).

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte den Überbrückungskredit vor wenigen Tagen verteidigt. Dass das Geld vielleicht nur in Teilen zurückgezahlt werde, sei „ein reales Risiko“. Sie gehe aber davon aus, dass „ein wesentlicher Teil des Kredits“ zurückgezahlt werde, sagte Zypries.

dpa

Mehr zum Thema

Der ehemalige Rennfahrer und Unternehmer Niki Lauda sieht eine reelle Möglichkeit für die Übernahme der insolventen Fluglinie Niki. „Die Chance ist sehr groß geworden.

14.12.2017

Die Insolvenz der Airline Niki hat diese Woche für Turbulenzen gesorgt. Während dringend nach einem Käufer gesucht wird, müssen Tausende Passagiere mit anderen Gesellschaften zurückfliegen.

15.12.2017

Niki Lauda macht der Lufthansa schwere Vorwürfe: Mit einem „ganz brutalen Plan“ habe die Airline die Zerschlagung von Niki geplant und sich heimlich die noch verbliebenen Niki-Flieger zu eigen gemacht, sollte die EU-Kommission die Übernahme verbieten. Die Folge laut Lauda: „Die Flotte ist weg.“

16.12.2017