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Wirtschaft Airbnb will Wohnraum für Flüchtlinge vermitteln
Nachrichten Wirtschaft Airbnb will Wohnraum für Flüchtlinge vermitteln
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18:31 08.06.2017
Die deutsche Airbnb-Zentrale in Berlin. Der Dienst vermittelt Übernachtungen zwischen Privatpersonen. Quelle: dpa
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Berlin

100.000 Personen in Not will Airbnb einen Unterschlupf vermitteln – in fünf Jahren. Dazu hat das Unternehmen eine „Welcome“-Initiative angestoßen, bei der jeder Bürger ein freies Zimmer oder eine freie Wohnung anbieten kann, um dort jemand unterzubringen ohne Miete zu verlangen.

Laut einem Unternehmenssprecher soll die Kampagne in Europa erst noch gestartet werden, das Datum stehe aber noch nicht fest. Es gibt allerdings bereits eine deutschsprachige Webseite, bei der Gastgeber sich anmelden können. In einer englischsprachigen Pressemitteilung kündigte Airbnb am Mittwoch seine Pläne an.

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Ein Krisenwerkzeug soll jetzt auch im Alltag helfen

Die Idee habe eine Airbnb-Nutzerin während des Orkans „Sandy“ gehabt, der 2012 die US-Ostküste traf. Sie habe freie Schlafzimmer ohne Gegenleistung anbieten wollen und die Idee an das Unternehmen geschickt, heißt es in der Mitteilung. In 24 Stunden habe man die technischen Möglichkeiten dazu geschaffen, 1000 Menschen hätten ihre freien Schlafplätze für die Zehntausenden Betroffenen angeboten.

„Seitdem wurde das Werkzeug in 65 Katastrophen rund um den Erdball eingesetzt“, sagt Joe Gebbia, einer der Airbnb-Gründer. Durch den Hilfsbereitschaft der Gastgeber hätten Tausende Erst- und Rettungshelfer in Katastrophengebieten untergebracht werden können. Nun wolle man nicht mehr reagieren, sondern proaktiv handeln: „Wir warten nicht mehr auf Krisen, sondern antizipieren Geschehnisse und machen die Großzügigkeit der Menschen auf alltäglicher Basis nutzbar“.

Gastgeber sind weiterhin versichert

Dabei möchte Airbnb offenbar vor allem Flüchtlingen helfen. „Warum nicht Menschen auf der Flucht die gleiche Lösung anbieten wie Reisenden?“, schreibt Gebbia. Dabei arbeite man mit Hilfsorganisationen wie dem International Rescue Committee (IRC) zusammen.

Auf der deutschsprachigen Webseite kann der Nutzer wählen, ob er seine Unterkunft für Flüchtlinge anbieten möchte oder Menschen, die nach einer Evakuierung obdachlos geworden sind. Man könne seine bereits bei Airbnb angebotene Unterkunft auch einfach zusätzlich für Menschen in Not bereitstellen, heißt es. Die 800.000-Euro-Garantie, mit der Airbnb Gastgeber versichert, gelte auch für das Benefiz-Konzept.

Ob sich die Ankündigungen auch in die Tat umsetzen lassen oder ob sie als reine Marketing-Aktion enden, ist noch offen.

Von RND/Kilian Haller

08.06.2017
08.06.2017