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Wirtschaft Bahn belebt ihren Fernverkehr in MV
Nachrichten Wirtschaft Bahn belebt ihren Fernverkehr in MV
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01:22 19.03.2015
MV soll durch eine engere Taktung von IC-Zügen profitieren. Quelle: Reinhardt/dpa
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rlin/Rostock — Die Bahn erweckt ihren beinahe totgeglaubten Fernverkehr in Mecklenburg-Vorpommern zu neuem Leben: Ab Rostock, Stralsund und Schwerin sollen wieder Intercity-Züge (IC) im Zweistundentakt fahren, nach Berlin, Dresden und Magdeburg. Derzeit werden hier fast ausschließlich Nahverkehrszüge eingesetzt, die sehr oft halten. Die zusätzlichen Verbindungen nehmen ab 2019 schrittweise den Betrieb auf. Sie sind Teil des neuen, bundesweiten Fernverkehr-Konzepts, das die Bahn gestern in Berlin vorstellte.

Mecklenburg-Vorpommern ist das Bundesland, das am meisten profitiert“, sagte Landesinfrastrukturminister Christian Pegel (SPD) — unter Berufung auf den Bahn-Bevollmächtigten und Ex-Politiker Ronald Pofalla (CDU). Nach MV bekämen Brandenburg und das Saarland die meisten neuen Strecken. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von der „größten Kundenoffensive in der Geschichte der Bahn“.

Für die neuen Intercity, die offenbar einen leicht abgesenkten Fernzug-Komfort — ähnlich wie bei den früheren „Interregios“ — bieten sollen, werden bundesweit 20 neue Haltepunkte eingerichtet. In 40 weiteren Städten sollen die Bahnverbindungen besser werden. Die vorgesehenen Doppelstockzüge können bis zu 200 Stundenkilometer schnell fahren.

Zwölf Milliarden Euro will die Deutsche Bahn (DB) bis 2030 investieren. Es werde keine weißen Flecken mehr auf der Deutschlandkarte geben, sagte Bahn-Vorstand Ulrich Homburg. Das Unternehmen verspricht Reisen ohne Umsteigen, kostenloses Drahtlos-Internet in den Zügen, Sitzplatzreservierung ohne Gebühren sowie in allen Zügen Bordrestaurants.

Die Investitionen sollen die Zahl der Fahrgäste bis 2030 um 40 Prozent steigen lassen. Einen Teil dieses Wachstums soll das kürzlich vorgestellte Fernbus-Konzept der Bahn bringen, laut dem die Zahl der Straßenverbindungen vervierfacht werden soll. 1500 neue Stellen sollen geschaffen werden. Landesminister Pegel erwartet, dass die Bahn ihre Fernbusse und Züge miteinander verzahnen wird. Es sei denkbar, dass die BahnCard in beiden Verkehrsmitteln gilt und dass die Fahrpläne aufeinander abgestimmt werden. Das Konzept gilt als Antwort auf die privaten Fernbusse, der der Bahn Fahrgäste und Millionen-Umsätze abluchsten.

Es dauert aber noch einige Jahre, bis die Pläne in MV Realität werden. So soll ab Dezember 2019 alle zwei Stunden ein IC von Rostock über Berlin und den (hoffentlich dann fertigen) Flughafen BER nach Dresden fahren. In umgekehrter Richtung gilt der gleiche Takt. Drei Jahre später wird eine IC-Route zwischen Schwerin und Magdeburg starten, die auch alle zwei Stunden fährt. Bis 2026 wird laut DB alle zwei Stunden ein Intercity zwischen Stralsund über Greifswald nach Berlin verkehren. Ebenfalls für den Fahrplanwechsel im Dezember 2026 sieht das Konzept vor, die Strecke Hamburg-Schwerin-Rostock-Stralsund mit den neuen Intercitys zu befahren. Und bis 2030 soll schließlich auch Binz auf Rügen in der Tourismussaison eine bessere IC-Anbindung erhalten.

Das Fernverkehrskonzept entlastet auch den Nahverkehr im Nordosten. Weil Verbindungen nach Berlin fehlten, musste das Land ab Rostock, Stralsund, Greifswald und Schwerin Regionalbahnen einsetzen.

Diese unrentablen Züge bezahlt das Land — anders als beim profitablen Fernverkehr, für den die Bahn AG zuständig ist.

Deutschlandweit wird es keine weißen Flecken im Fernverkehr mehr geben.“Der für Personenverkehr zuständige Bahnvorstand
Ulrich Homburg



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