Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Bahnchef: Stuttgart 21 mit heutigem Wissen nicht gebaut
Nachrichten Wirtschaft Bahnchef: Stuttgart 21 mit heutigem Wissen nicht gebaut
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:26 20.04.2018
Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn.
Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn. Quelle: Soeren Stache
Anzeige
Berlin/Stuttgart

Die Deutsche Bahn würde das Projekt Stuttgart 21 aus heutiger Sicht nicht noch einmal angehen. „Mit dem Wissen von heute würde man das Projekt nicht mehr bauen“, sagte Vorstandschef Richard Lutz im Verkehrsausschuss des Bundestags, wie die „Rhein-Neckar-Zeitung“ berichtete.

Teilnehmer der Sitzung am Mittwoch bestätigten der Deutschen Presse-Agentur am Freitag die Aussage. Lutz habe zugleich deutlich gemacht, dass es wirtschaftlicher sei, das Projekt fortzuführen als abzubrechen.

Der Bau des unterirdischen Durchgangsbahnhofs in Stuttgart war seit dem Beginn 2010 immer teurer geworden - unter anderem wegen gestiegener Baukosten, langwieriger Planungsverfahren und Kosten für den Artenschutz. Der Rahmen lag 2009 bei 4,526 Milliarden Euro, 2013 waren es dann schon 6,526 Milliarden. Im Januar dieses Jahres erhöhte der Bahn-Aufsichtsrat das Volumen auf 8,2 Milliarden Euro und verschob die Eröffnung auf 2025. Kritiker hatten von Anfang an befürchtet, dass die Kosten aus dem Ruder laufen.

Die Bahn rechnet nach Informationen der „Stuttgarter Zeitung“ (Freitag) damit, dass sie mit dem Projekt 2,228 Milliarden Euro Verlust macht. Dieser ergebe sich aus dem Eigenanteil des Konzerns an den Projektkosten von 4,034 Milliarden Euro, positiven Projekteffekten von 656 Millionen Euro und Einnahmen aus dem Verkauf frei werdender Bahnflächen von 1,15 Milliarden Euro.

„Das sind alles bekannte Zahlen“, sagte ein Bahnsprecher am Freitag. Der Aufsichtsrat habe darüber 2017 beraten und auf dieser Grundlage im Januar den Kostenrahmen erhöht. Er verwies darauf, dass ein Ausstieg aus dem Projekt rund sieben Milliarden Euro kosten könnte.

dpa

Mehr zum Thema

Nach wie vor nutzen viele Raucher die Autofahrt für eine Zigarette hinterm Steuer. Verboten ist das nicht. Aber schon wenn die brennende Kippe aus dem Fenster fliegt, kann es teuer werden.

17.04.2018

Obwohl der Verkehr immer dichter wird, sinkt die Zahl der Unfallopfer kontinuierlich. Das liegt nicht zuletzt an der Sicherheitsausstattung und vor allem am Airbag. Kein Wunder also, dass die Industrie ständig neue Luftkissen entwickelt. Womöglich aber nicht mehr lange.

17.04.2018

Er war seiner Zeit um Jahre voraus. Denn als Peugeot 1968 den 504 lancierte, wirkte die Limousine wie aus einer anderen Ära. Kein Wunder, dass der Wagen schier ewig gebaut wurde und es so zum Millionär geschafft hat.

20.04.2018