Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Betrugsverdacht: Staatsanwalt ermittelt bei German Pellets
Nachrichten Wirtschaft Betrugsverdacht: Staatsanwalt ermittelt bei German Pellets
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 31.07.2013
Peter Leibold, Chef von German Pellets
Anzeige
Wismar

Wegen des Verdachts des Subventionsbetruges, Kreditbetruges, Betruges und der unrichtigen Darstellung von Bilanzen ermittelt die Schweriner Staatsanwaltschaft gegen den geschäftsführenden Gesellschafter von German Pellets, Peter H. Leibold. Die Staatsanwaltschaft Schwerin bestätigte gestern eine Anfrage der OSTSEE-ZEITUNG. Danach werden seit Februar 2012 Ermittlungen gegen den 56-Jährigen aus Wismar geführt.

Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der weltweit größte Produzent gepresster Holzpellets. Konzernweit gibt es 650 Mitarbeiter. Die Firmenzentrale und ein Werk befinden sich in Wismar. Die Ermittlungen gehen nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf Hinweise eines Mitbewerbers zurück. Danach wird Leibold vorgeworfen, in den Jahren 2007 bis 2009 öffentliche Fördermittel in Teilen unter Einreichung inhaltlich falscher Belege beansprucht zu haben. Darüber hinaus soll der Beschuldigte gegenüber Banken und einer Versicherung falsche Angaben gemacht haben. Zum einen um die Banken zu einer Fortführung ihres Engagements zur Konsolidierung des Unternehmens im Jahr 2007 zu bewegen. Zum anderen soll es um eine Versicherungsleistung hinsichtlich eines Brandes im Wismarer Werk im Jahr 2009 gegangen sein. German Pellets habe die Leistung in einer Höhe erhalten, auf die möglicherweise kein Anspruch bestand, so Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft weiter sagte, soll der Beschuldigte die Bilanz für das Geschäftsjahr 2007 unterzeichnet und veröffentlicht haben, obwohl es Anhaltspunkte dafür gab, dass diese in Teilen fehlerhafte Werte aufwies.

Peter H. Leibold befindet sich im Auslandsurlaub und war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Dafür äußerte sich Unternehmenssprecher Michael Walewski: „Die Vorwürfe sind falsch. Es gibt einen Anfangsverdacht, der nicht erhärtet wurde.“ Seit eineinhalb Jahren habe er nichts mehr von der Sache gehört. „Wir sind sauber und bestrebt, dass das Thema so schnell wie möglich vom Tisch kommt“, ergänzte Walewski.

Den Ermittlungsbehörden liegen laut Urbanek umfangreiche Geschäftsunterlagen sowie Beweismittel vor, die neben weiteren Ermittlungen — auch im Hinblick auf eine mögliche Schadenshöhe — ausgewertet werden. Es gilt zu klären, ob sich der Anfangsverdacht bestätigt oder nicht. Nach OZ-Informationen sollen Mitarbeiter von German Pellets von den Ermittlern als Zeugen vorgeladen werden.

Die Vorwürfe sind falsch.“Michael Walewski, Unternehmenssprecher

German Pellets

Heiko Hoffmann

Bis 2020 soll die Altlastensanierung in MV abgeschlossen sein.

31.07.2013

Bei der insolventen Großdruckerei Adam Nord GmbH in Laage im Landkreis Rostock gehen Ende August die Lichter aus.

31.07.2013

Kanzlerkandidat besuchte Unternehmerforum der IHK in Schwerin.

31.07.2013