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12:31 30.06.2017
Ackerland in Brandenburg: Die Treuhand-Nachfolgerin BVVG privatisiert seit 1992 Äcker, Wälder und Seen auf dem Gebiet der früheren DDR.
Ackerland in Brandenburg: Die Treuhand-Nachfolgerin BVVG privatisiert seit 1992 Äcker, Wälder und Seen auf dem Gebiet der früheren DDR. Quelle: Patrick Pleul/symbolbild
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Berlin

Die einst volkseigenen Agrarflächen in Ostdeutschland sollen bis 2030 komplett verkauft sein. 25 Jahre nach ihrer Gründung hat die Bodenverwertungs- und verwaltungsgesellschaft (BVVG) noch 130 000 Hektar Äcker und Weiden sowie 9000 Hektar Wald im Angebot - insgesamt in etwa so viel wie die anderthalbfache Fläche Berlins.

Die Treuhand-Nachfolgerin privatisiert seit 1992 Äcker, Wälder und Seen auf dem Gebiet der früheren DDR. 851 000 Hektar hat das Bundesunternehmen verkauft - fast die zehnfache Fläche Berlins.

Die Kauf- und Pachtpreise in Ostdeutschland sind in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. Gründe dafür seien die niedrigen Zinsen, langfristig positive Renditeerwartungen in der Land- und Forstwirtschaft sowie die Bioenergieerzeugung, teilte Geschäftsführer Stefan Schulz der Deutschen Presse-Agentur mit. „Gleichzeitig sind Flächen ein knappes Gut, das nicht vermehrbar ist. Unter diesen Bedingungen gilt Grund und Boden als langfristig stabile Kapitalanlage.“ Die BVVG erwartet, dass die Bodenpreise weiter steigen, wenn auch nicht mit der Dynamik der letzten Jahre.

„Die Ausschreibungsverfahren der BVVG haben den Preisanstieg beim Ackerland beschleunigt“, kritisierte Thüringens Bauernpräsident Klaus Wagner, dass lange Zeit nur an den Höchstbietenden verkauft wurde. „Letztlich haben sich manche Bauern einen gegenseitigen Überbietungswettbewerb geliefert - der Boden ist nun mal unsere Produktionsgrundlage.“ Änderungen der Ausschreibungen in den vergangenen Jahren nannte Wagner Kosmetik.

BVVG-Geschäftsführer Martin Kern sagte, mit seinen öffentlichen Ausschreibungen sorge das Unternehmen für Transparenz auf dem Bodenmarkt. „Wichtig zu wissen ist, dass bei den Ausschreibungen die Landwirte mit ihren Geboten den Preis bestimmen.“ Das höchste Gebot erhalte den Zuschlag, man sei verpflichtet, zum Marktwert zu verkaufen.

Bauernvertreter hatten immer wieder kritisiert, die Preispolitik der BVVG gehe zulasten kleiner Landwirte. Vorwiegend Großbetriebe und westliche Agrarindustrielle kämen zum Zug. Die BVVG dagegen betont, dass der Großteil der Verkäufe an ortsansässige Bauern geht.

Um Äcker und Weiden für Spekulanten weniger interessant zu machen, hatten Bund und Länder vor zwei Jahren entschieden, dass die BVVG höchstens 15 Hektar auf einen Schlag verkauft anstatt der bis dahin geltenden 25 Hektar. Jeder dritte Hektar soll zudem arbeitsintensiven Betrieben angeboten werden, insbesondere Ökobetrieben und Junglandwirten. Nur noch maximal 10 000 Hektar pro Jahr sollen verkauft werden.

dpa

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